Juba (Fides) – Ein Ende der Militäroperation im Bundesstaat Jonglei fordern die Oberhäupter der christlichen Konfessionen, die sich im Südsudanesischen Kirchenrat (South Sudan Council of Churches, SSCC) zusammenschließen.
In einer gemeinsamen Erklärung rief der katholische Erzbischof von Juba, Kardinal Ameyu Martin Mulla, im Namen aller SSCC-Mitglieder dazu auf, „die laufende Militäroperation in Jonglei, insbesondere die jüngsten Befehle des Militärkommandos der sudanesischen Armee (South Sudan People’s Defence Forces, SSPDF) zur Durchführung der sogenannten zweiten Phase der Operation in Akobo, zu stoppen“. „Dies wird nur das Leid der Bevölkerung, die Vertreibung der Menschen, die Zerstörung von Städten und die Zahl der Todesopfer erhöhen“, beklagen die Kirchenvertreter.
Die Stadt Akobo steht im Zentrum der Kämpfe zwischen der südsudanesischen Armee unter Präsident Salva Kiir und der von Riek Machar geführten Fraktion der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (Sudan People’s Liberation Army-in Opposition, SSPDF-IO).
Die Armee rückte diese Woche in die Stadt ein und fand sie nach einem 72-Stunden-Ultimatum vom 6. März menschenleer vor. Tausende Zivilisten waren über den Pibor-Fluss nach Äthiopien geflohen. Akobo liegt zwischen den Flüssen Pibor und Geni, wobei letzterer ein riesiges Sumpfgebiet bildet, das für gepanzerte Fahrzeuge und Lastwagen praktisch unpassierbar ist. Der Kampf dreht sich nun um die Kontrolle der Übergänge über die beiden Flüsse.
„Als Hirten sind wir zutiefst besorgt über die Eskalation der Gewalt, insbesondere im Bundesstaat Jonglei und anderen Teilen unseres Landes, wo es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Oppositionsgruppen kommt. Dies droht, einen umfassenden Bürgerkrieg auszulösen“, so Kardinal Mulla und bezog sich damit auf den Bürgerkrieg, der 2013 zwischen den Fraktionen von Präsident Kiir und dem damaligen Vizepräsidenten Machar ausbrach. Trotz eines ersten Friedensabkommens, das 2018 unterzeichnet wurde, blieben die politischen und militärischen Spannungen bestehen und verschärften sich nach Machars Verhaftung vor einem Jahr sogar noch (vgl. Fides 27/3/2025).
Die führenden Vertreter der christlichen Konfessionen appellieren erneut eindringlich an den Dialog, um weiteres Leid für die vom Krieg erschöpfte Bevölkerung zu verhindern. „Diese Militäraktionen wären nicht nötig, wenn unsere Führungskräfte den Dialog als Mittel zur Überwindung der politischen und sozialen Differenzen in unserem Land wählen würden“, so Kardinal Mulla im Namen der SSCC. „Unser Land hat jahrzehntelang gelitten, und unsere Bürgerinnen und Bürger haben große Opfer gebracht und sehen sich mit schweren wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.“
„Um das Land wieder in Richtung Stabilität zu führen“, schlägt die SSCC vor, „alle politischen Gegner, einschließlich des unter Hausarrest stehenden Ersten Vizepräsidenten Rick Machar, freizulassen, um einen ehrlichen und inklusiven Dialog zu fördern und so den Weg für spirituelle Heilung, Vergebung, Versöhnung und Frieden zu ebnen.“
(L.M.) (Fides 13/3/2026)