Kinshasa (Fides) – „Es war eine schöne Überraschung zu hören, dass der Papst angesichts der vielen schwierigen Situationen am Sonntag, dem 18. Januar, seine Gedanken und Worte gerade den Vertriebenen im Osten der Demokratischen Republik Kongo gewidmet hat, insbesondere den rund 200.000 Menschen, die in Burundi in Flüchtlingslagern unter provisorischen Planen untergebracht sind und mit der Regenzeit, dem Mangel an Nahrung und medizinischer Versorgung und den täglichen Todesfällen zu kämpfen haben“, sagt Schwester Teresina Caffi, die als Xaverianer-Missionarin in Südkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo, tätig ist, gegenüber Fides.
Nach dem Angelusgebet am Sonntag, dem 18. Januar, sagte Papst Leo XIV.: „Heute möchte ich insbesondere an die großen Schwierigkeiten erinnern, unter denen die Bevölkerung im Osten der Demokratischen Republik Kongo leidet, die aufgrund der Gewalt aus ihrem Land fliehen muss, insbesondere nach Burundi, und die mit einer schweren humanitären Krise konfrontiert ist. Beten wir dafür, dass der Dialog zur Versöhnung und für den Frieden bei den Konfliktparteien immer mehr zum Tragen kommt“.
Schwester Teresina bekräftigt, dass die schwierige Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo dem Heiligen Vater seit jeher am Herzen liegt. „Im vergangenen November“, erinnert sich die Ordensfrau, „versicherte der Papst der im Exil lebenden Präsidentin des Koordinierungsbüros der Zivilgesellschaft von Süd-Kivu, Néné Bintu Iragi (vgl. Interview, Fides 15/11/2025), beim Abschied nach einer Audienz, dass er die DR Kongo in seinem Herzen und in seinen Gebeten trage“.
„In dieser Welt erwähnt zu werden bedeutet zu existieren, Aufmerksamkeit und Würde zu verdienen. Ich glaube, dass die Worte des Papstes in den Ohren und Herzen der Kongolesen, die sie gehört haben, nachgehallt sind: Unser Schmerz, unsere Hoffnung zählen!”, betont Schwester Teresina.
Die Missionarin schließt mit einem Hinweis auf die Rolle der Medien, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit auf den vergessenen Konflikt im Osten der DR Kongo aufrechtzuerhalten: „Ich hoffe, dass der Appell des Papstes die Medien ermutigt, ihre Aufmerksamkeit wieder auf diese langwierige Tragödie im Osten der DR Kongo zu richten.“ „Dreißig Jahre Kriege mit unterschiedlicher Intensität sollten nun eine klare Analyse der Fakten ermöglichen und den Mut zu konsequenten Stellungnahmen nähren. Das fehlt noch immer, sowohl auf lokaler, regionaler, kontinentaler als auch internationaler Ebene“, so Schwester Teresina.
Trotz der Ankündigung von Friedensabkommen (vgl. Fides 21/7/2025) bleibt die Lage in den drei östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo (Ituri, Nord- und Südkivu) dramatisch. Insbesondere in Südkivu haben die Rebellen der M23-Bewegung, nachdem sie am 16. Februar die Hauptstadt Bukavu eingenommen hatten (vgl. Fides 17/2/2025), auch Uvira erobert (vgl. Fides 15/12/2025 und 17/12/2025) und einen Großteil der Einwohner gezwungen, in das benachbarte Burundi zu fliehen.
(L.M.) (Fides 22/1/2026)