ASIEN/MYANMAR - “Radio Veritas Asia” erweitert Sprachangebot in von Vertreibung und Unsicherheit geprägten Staaten

Dienstag, 26 Mai 2026

RVA

Yangon (Fides) – „Radio Veritas Asia“ (RVA), der Radiosender der katholischen Gemeinden auf dem asiatischen Kontinent, erweitert sein Sprachangebot in Myanmar und startet Sendungen in Akha und Kayan. Damit will der Sender das Evangelium in den Staaten Shan und Karenni (beide im Osten Myanmars) verbreiten und so die ethnischen Minderheiten erreichen. Dies wurde am Pfingstsonntag, dem 24. Mai, in der Marien-Kathedrale in Yangon bekannt gegeben. Kardinal Charles Bo, Vositzender der Katholischen Bischofskonferenz von Myanmar, nannte es einen „gesegneten Tag für die Kirche in Myanmar“.
Die neuen Programme sollen zwei ethnische Gemeinschaften in Myanmar erreichen: Das Akha-Programm richtet sich an rund 700.000 Angehörige der Volksgruppe der Akha, insbesondere im Staat Shan, sowie an viele Gläubige in der Diözese Kengtung. Das Programm in Kayan erreicht etwa 250.000 Menschen der Volksgrppe der Kayan im Staat Karenni, die hauptsächlich in den Diözesen Pekhon, Loikaw, Taungngu und Taunggyi leben.
Die Initiative sei von vielen begrüßt worden, wie der Leiter Dienstes in Akha-Sprache, Bischof John Saw Yaw Han von Kengtung, und der Leiter des Dienstes in Kayan, Bischofskoadjutor Felice Ba Htoo von Pekhon, bekräftigten.
Die Sendungen von „Radio Veritas Asia“ (RVA) umfassen religiöse Inhalte, tägliche Andachten, Sonntagspredigten, Kirchennachrichten, Porträts von Heiligen, Programme für Jugendliche und Familien sowie Botschaften des Papstes. „Der Dienst von RVA ist auch eine Gelegenheit, um in ständiger Verbindung und Gemeinschaft mit dem Papst und der Weltkirche zu bleiben“, so die Bischöfe, „und stellt eine wichtige geistliche Begleitung durch das Wort Gottes für Bedürftige, Erschöpfte und Vertriebene dar.“
Bischof Celso Ba Shwe von Loikaw, bemerkte: „RVA bringt die Botschaft des Evangeliums bis an die Ränder der Gesellschaft; die Frohe Botschaft erreicht so Familien, Jugendliche, ältere Menschen und die gesamte Gesellschaft und berührt die Herzen der Menschen.“
Der nationale Koordinator von Radio Veritas in Myanmar, Pfarrer Patrick Soe Htun, beschrieb „Radio Veritas“ als „eine Brücke, die Menschen über Grenzen und Schwierigkeiten hinweg verbindet, insbesondere in den schwierigen Zeiten, die Myanmar durchmacht.“
Prälat Andrea Ferrante, Geschäftsträger des Heiligen Stuhls in Myanmar, begrüßte die Ausweitung des Dienstes und forderte dazu auf, inmitten von Leid und Unsicherheit zu „Stimmen der Hoffnung“ zu werden.
Die beiden neuen Dienste strahlen ihre Sendungen insbesondere in vom Bürgerkrieg betroffenen Gebieten aus: Die soziale Lage im Staat Shan ist weiterhin extrem instabil und geprägt von Zusammenstößen zwischen der Armee und lokalen Gruppen. Die Verschärfung der Wirtschaftsblockaden führt zu einer kritischen Ernährungsunsicherheit für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen und zu akuter Mangelernährung unter Binnenvertriebenen.
Die Situation im Staat Karenni, dem kleinsten Bundesstaat Myanmars, zählt zu den dramatischsten des gesamten burmesischen Bürgerkriegs. Dort finden heftige Kämpfe statt. Schätzungsweise mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Staates wurde zur Flucht gezwungen, und Zehntausende Binnenflüchtlinge haben im Dschungel oder entlang der thailändischen Grenze Zuflucht gefunden. Der Krieg hat den Staat in eine permanente humanitäre Notlage geführt, in der die Zivilbevölkerung zwischen Kämpfen und gravierenden Problemen ihrer täglichen Existenzsicherung gefangen ist.
Das aktuelle Sprachdienstleistungsangebot von RVA in Myanmar umfasst nun folgende Sprachen: Burmesisch, Sgaw Karen, Pwo Karen, Kachin Jinghpaw, Kachin Lisu, Kachin Rawang, Hakha Chin, Falam Chin, Tedim Chin, K'Cho, Akha und Kayan. Mit diesen beiden neuen Sprachdiensten deckt RVA in Myanmar nun 12 lokale Sprachen ab, wodurch sich die Gesamtzahl der von RVA angebotenen Sprachen auf 23 erhöht.
(PA) (Fides 26/5/2026)


Teilen: