AFRIKA/D.R. KONGO - Wollen die M23-Rebellen zusammen mit den Twirwaneho-Milizen nach Katanga vorstoßen?

Mittwoch, 27 August 2025

Kinshasa (Fidesdienst) – „Das Ziel der M23 ist es, aus der Ebene von Ruzizi vorzustoßen, um dann Katanga zu erobern und so die vollständige Kontrolle über die wichtigsten kongolesischen Minen zu erlangen“, berichten Beobachter aus Missionskreisen aus der Provinz Südjivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo gegenüber Fides.
Die Beobachter weisen darauf hin, dass die Kämpfer der „Wazalendo“-Milizen, die die reguläre kongolesische Armee (FARDC) unterstützen, sich Gefechte mit den Soldaten der Twirwaneho-Miliz liefern. Letztere versuchen, die Dörfer Kageregere und Muranvia zu erobern, um sich dann mit den Rebellen der M23 zu vereinen, die sich aus einer anderen Richtung der Stadt Uvira nähern. Beide Gruppierungen bestehen überwiegend aus Banyamulenge-Tutsis (Kongolesen ruandischer Herkunft) und werden von der ruandischen Regierung unterstützt. „Sollten sich diese beiden bewaffneten Gruppen in der Ebene von Ruzizi zusammenschließen, könnten sie von dort aus nach Katanga, der „Schatzkammer der DR Kongo” wegen ihrer reichen Kupfer- und Kobaltvorkommen, vorrücken und so die größten Mineralvorkommen im Osten des Kongo erobern”, erklären die Beobachter. Die M23 kontrolliert bereits weite Teile der Provinzen Nord- und Südkivu, einschließlich der jeweiligen Hauptstädte Goma und Bukavu. Beide Provinzen sind reich an Bodenschätzen. Sollte die M23 mit Unterstützung der Twirwaneho-Milizen und ihrer burundischen Verbündeten „Red-Tabara“ die Ruzizi-Ebene kontrollieren, wäre ihr der Weg frei, auch Katanga zu erobern.
Trotz der kürzlich in Washington unterzeichneten Friedensabkommen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda (vgl. 27/6/2025) und der Friedensgespräche zwischen der Regierung der Demokratischen Republik Kongo und der M23 in Doha in Katar (vgl. Fides 19/8/2025), herrscht im Osten der Demokratischen Republik Kongo weiterhin Unsicherheit.
„Die Bevölkerung der Dörfer in Südkivu”, so der letzte Bericht, der lokalen Menschenrechtsorganisation ACMEJ, der Fides vorliegt, „ist nicht über die Ergebnisse der laufenden Verhandlungen in Doha (Katar) zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der M23 sowie in Washington, USA, zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda informiert”. „Was sie erleben, ist eine Situation zunehmender Unsicherheit in den Städten Bukavu und Goma sowie in den Gebieten und Dörfern unter der Kontrolle der M23: Zivilisten werden entführt und als vermisst gemeldet, und niemand hat das Recht, nach ihrem Schicksal zu fragen, ohne selbst mit dem Tod bedroht zu werden“, heißt es in dem Bericht weiter, der als Beispiel zwölf junge Einwohner des Dorfes Kamanyola nennt, die am 2. August nach einem Treffen mit einer Delegation der M23 und ihrer ruandischen Verbündeten, die aus Bukavu angereist war, um junge Menschen zur Teilnahme an militärischen Ausbildungsseminaren in der Provinzhauptstadt zu bewegen, festgenommen wurden. „Bis heute haben weder ihre Verwandten noch ihre Familien Informationen über sie“, erklärt ACMEJ.
Erschwerend kommt hinzu, dass es zwischen dem 25. und 26. August in Uvira zu Zusammenstößen zwischen Gruppen der „Wazalendo“ und Soldaten der kongolesischen Armee (FARDC) gekommen ist. Dazu soll es gekommen sein, nachdem das reguläre Militär Kontrollpunkte in der Gegend eingerichtet und der lokalen Bevölkerung eine Maut auferlegt hatte.
(L.M.) (Fides 27/8/2025)


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