AFRIKA/KENIA - Weltsynode: Delegation will Erwartungen und Hoffnungen kenianischer Katholiken einbringen

Donnerstag, 5 Oktober 2023 bischofssynode   ortskirchen  

Nairobi (Agenzia Fides) - Die Erwartungen und Hoffnungen der kenianischen Katholiken werden von der kenianischen Delegation, vertreten durch den Vorsitzenden der Katholischen Bischofskonferenz Kenias (KCCB) und Erzbischof von Mombasa, Martin Kivuva Musonde, und den Erzbischof von Nyeri, Antony Muheria, der vor kurzem auch das Amt des Apostolischen Administrators von Embu übernommen hat, in die Vollversammlung der Bischofssynode eingebracht.
Nach Aussage von Erzbischof Muheria, der betont, dass die Anliegen der kenianischen Katholiken auf Diözesanebene zusammengetragen worden seien, beträfen diese unter anderem das Sakrament der Ehe, die Verfügbarkeit der Priester, die Integration von Menschen mit Behinderungen, die Unterstützung der Jugend, sowie die finanzielle Rechenschaftspflicht und die Transparenz. Gläubige Katholiken hätten sich besorgt im Hinblick auf die Begleitung der Institution der Ehe geäußert und darauf hingewiesen, dass der Schwerpunkt eher auf dem Scheitern als auf der Beratung junger Paare, von Menschen mit Behinderungen und von Paaren mit kleinen Kindern liege. "Wir haben die Rückmeldung erhalten, dass die Kirche sich darauf konzentrieren sollte, Familien zu unterstützen, insbesondere jene in schwierigen Ehen, anstatt ihnen zu sagen, dass sie sich nicht scheiden lassen sollen", betonte Erzbischof Muheria.
"Die Gläubigen riefen auch dazu auf, sich eingehend mit dem Thema Polygamie zu befassen. Die Gesellschaft hat diese Praxis zwar vor Jahrzehnten abgeschafft, aber heute ist zu beobachten, dass immer mehr Menschen sie praktizieren. Als Kirche müssen wir dieses Problem angehen", fügte der Erzbischof von Nyeri hinzu.
Die kenianischen Gläubigen äußerten daraufhin den Wunsch, dass die Priester mehr mit den Gläubigen kommunizieren sollten, ohne ihnen unzumutbare Bedingungen für die Spendung der Sakramente aufzuerlegen. "Die Gläubigen wollen, dass die Priester bei Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten ansprechbar und verfügbar sind", betonte Erzbischof Muheria und erinnerte daran, dass einige Katholiken besorgt darüber sind, dass einige der von den Priestern gestellten Forderungen die Menschen von der Kirche entfernen.
Die Gläubigen hätten die Kirche zudem dazu aufgerufen, auf die finanzielle Rechenschaftspflicht und Transparenz der Kirchengelder zu achten. "Wir haben den Ruf nach mehr Rechenschaftspflicht und Transparenz bei der Verwaltung der Kirchenfinanzen auf allen Ebenen gehört", sagte der Erzbischof dazu.
Abschließend bekräftigte der Erzbischof von Nyeri, dass die Kirche einen Raum für Vergebung, Eingliederung und Hoffnung für all jene schaffen müsse, die bisher ausgeschlossen waren: "Wir müssen ein Gefühl der Integration für Menschen kultivieren, die oft von der Gesellschaft ausgeschlossen werden, wie Menschen mit Behinderungen, junge Menschen, die mit Suchtproblemen zu kämpfen haben, und Alleinerziehende."
(L.M.) (Fides 5/10/2023)


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