ASIEN/MYANMAR - Katholischer Priester aus der Haft entlassen

Dienstag, 18 Mai 2021

Banmaw (Fides) - Der 38-jährige Pfarrer Colomban Labang Lar Di aus Diözese Banmaw wurde nach vier Tagen Haft freigelassen, nachdem er am 14. Mai auf dem Weg in die Stadt Myitkyina von einer birmanischen Militärpatrouille festgenommen worden war. Der katholische Geistliche wurde von den Soldaten zur Befragung ins Hauptquartier der Armee gebracht. Wie Pfarrer Luke Lahpai Hka Li, Direktor der Kommission für Bildung in der Diözese Banmaw, gegenüber Fides bestätigte, erfolgte die Freilassung, nachdem der Bischof Raymond Sumlut Gam von Banmaw in einen Brief an die Militäroffiziere um Erklärungen für die Verhaftung gebeten und erklärt hatte, dass der Priesters aus pastoralen Gründen unterwegs war. Wie der Bischof mitteilte, wurde der Priester während seiner viertägigen Haft gut behandelt. Er wurde um Erklärungen zu den auf seinem Mobiltelefon gefundenen Dokumente und Fotos gebeten, bei denen es sich um Dokumente zu Bibelkursen in der Kachin-Sprache und Fotos von Binnenvertriebenen handelte, die die Kirche im Bundesstaat Kachin seit zehn Jahren kontinuierlich unterstützt.
Insbesondere wurde er im Zusammenhang mit einigen Fotos verdächtigt, auf denen auch Mitglieder der Kachin Independence Army (KIA) abgebildet waren. Pater Columban erklärte, er habe in Laiza, dem Hauptquartier der KIA, einen Seelsorgedienst geleistet und deshalb auch einige Fotos von den KIA-Soldaten gemacht. Unter Anschuldigungen des Militärs gegen den Priester war neben der Unterstützung der Rebellen in Kachin auch die Verbindung zur Bewegung für zivilen Ungehorsam, die mit ihrer friedlichen Aktion gegen die Militärjunta protestiert, die mit einem Staatsstreich am 1. die Macht übernahm Februar.
Die Verhaftung des Priesters erfolgte nachdem sich die Kämpfe zwischen dem Militär und der KIA in mehreren Gebieten des Bundesstaates Kachin verschärft hatten, aus denen seit März mehr als 5.000 neue Flüchtlinge vertrieben wurden. Die Ortskirche leistet humanitäre Hilfe für Vertriebene, die in Kirchen und Klöstern Zuflucht gesucht haben. In der Gemeinde Prang Hkung Dung in der Diözese Banmaw, in der Pater Columban Lar Di arbeitet, gibt es ein Campf für Vertriebene, in dem mehr als 3.000 Menschen leben.
Die katholische Kirche im Bundesstaat Kachin im Nordosten Myanmars an der Grenze zu China engagiert sich seit über zehn Jahren für die Aufnahme von humanitärer und sozialer Hilfe für vertriebene Zivilisten, insbesondere durch die lokale Caritas "Karuna". Ebenfalls am vergangenen Sonntag, dem 16. Mai, feierte der Bischof einen Gottesdienst in der St. Michaels-Kirche in der Gemeinde Nan Hlaing, wo 64 Familien nach Kämpfen zwischen Rebellen und der regulären Armee Zuflucht gesucht haben.
Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) leben noch immer rund 100.000 Vertriebene in 139 provisorischen Camps im Bundesstaat Kachin. Unter diesen befinden sich etwa 60.000 Vertriebene in von der Regierung bereit gestellten Unterkünften, während sich 40.000 Flüchtlinge in Gebieten aufhalten, die von der Kachin Independence Organization (KIO) verwaltet werden.
Im Bundesstaat Kachin leben 1,7 Millionen Menschen, hauptsächlich Christen, darunter 125.000 katholische Gläubige.
(PA) (Fides 18/5/2021)


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