AMERIKA - CELAM: „Missionarische Jüngerschaft impliziert Bewahrung der Schöpfung“

Mittwoch, 7 März 2018

Bogotà (Agenzia Fides) - „Das Erkennen der ‚Zeichen der Zeit’ ist ein Merkmal der theologischen Pastoralarbeit der Kirche. Bei der Erfüllung dieser Sendung wollen auch die Bischöfe des CELAM die Zeichen der Zeit hinterfragen und sie im Licht des Evangeliums interpretieren, so dass die Kirche Antworten auf die Fragen der Menschheit geben kann", heißt es in einem Hirtenbrief des Rates der lateinamerikanischen Bischöfe (CELAM) mit dem Titel „Missionarische Jünger, Hüter des gemeinsamen Hauses".
Die lateinamerikanischen Bischöfe beziehen sich auf Papst Franziskus und dessen Enzyklika Laudato Si, wenn sie betonen: "Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass die authentische Entwicklung in ihrer ganzen Fülle stattfindet, damit wir von weniger humanen Lebensbedingungen zu humaneren Verhältnissen übergehen". Doch es könne eine authentische Entwicklung nicht geben, "wenn wir nicht auf das gemeinsame Haus achten, auf unseren Planeten Erde, der Gottes Schöpfung ist". Aus lateinamerikanischer Perspektive wollen die Bischöfe "mit allen gemeinsam darüber diskutieren, wie wir die Zukunft des Planeten gestalten" und gemeinsam nach "Wegen der Befreiung“ suchen, die zu "wahrer Weisheit" und zu einer "ganzheitlichen Antwort" führen.
Der Comboni Missionar, Pater Dario Bossi, Direktor des „Red Iglesias y Mineria“, sprach bereits im November letzten Jahres am Rande einer Versammlung zum Thema ganzheitliche Ökologie mit Fides (vgl. Fides 2017/11/25) und kündigte bevorstehende Veröffentlichung eines solchen Hirtenbrief des CELAM an: „Es handelt sich um ein sehr bedeutendes Dokument mit wichtigen Denkanstößen“, so Pater Dario, „denn es geht um die Umsetzung der Laudato Si in Lateinamerika und es befasst sich auch mit der Herausforderung des Bergbaus, mit denen sich die Kirchen konfrontiert sehen".
"Die Kirche kann ein aktive Rolle spielen, wenn es darum geht, lokale Regierungen und internationale Politiken zur Regulierung des Bergbaus zu verpflichten, die das Problem der Plünderung der Ressourcen berücksichtigt und nur den Abbau des Notwendige im Auge behält." "Die missionarische Jüngerschaft impliziert auch Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung, wenn man bedenkt, dass die Menschen ein integraler Bestandteil davon sind", heißt es im Hirtenbrief des CELAM.
"Dieser Hirtenbrief versteht sich als Instrument, das zur Förderung unseres Engagements für eine missionarische Kirche im Aufbruch beiträgt, damit wir eine arme Kirche für die Armen, missionarische Jünger und Hüter des gemeinsamen Hauses sind", so der Generalsekretär des CELAM und Weihbischof von Moreilia, Juan Espinoza.
Der Hirtenbrief wird an alle Präsidenten und Generalsekretären der Bischofskonferenzen von Lateinamerika und der Karibik verschickt. Darüber hinaus will der Vorstand des CELAM das Dokument bei einer für kommenden Mai vorgesehenen Audienz an Papst Franziskus überreichen.
(LG) (Fides 07/03/2018)


Teilen: