ASIEN/PAKISTAN - „Zu viele christliche Kinder werden Opfer von Gewalt“: Appell an die Regierung und die Vereinten Nationen

Freitag, 24 August 2012

Lahore (Fidesdienst) – „Berichte über Gewalt gegenüber christlichen Kindern nehmen zu und dies ist beunruhigend. Das Leben scheint in Pakistan für christliche Kinder zunehmend schwierig zu werden. Viele christliche Mädchen werden entführt, vergewaltigt und müssen zum Islam konvertieren oder sie werden sogar ermordet wie im Fall von Amaria Masih, der so genannten ‚pakistanischen Maria Goretti’. Nicht selten werden sie Opfer dunkler Geschäfte, wie jüngst im Fall von Sunil Masih oder Shazia Bashir. Kinder werden heute sogar der Blasphemie angeklagt, wie Rimsha Masih. Wenn nun auch Kinder zur Zielscheibe werden, dann ist damit eine
Grenze des Missbrauchs und der Unmenschlichkeit überschritten, die wir nicht tolerieren können“, so der Dominikanerpater James Channan (op), der das „Peace Center“ in Lahore leitet und sich insbesondere für den interreligiösen Dialog engagiert.
Mit Blick auf den Fall Rimsha Masih betont der Ordensmann, der lange Jahre die bischöfliche Kommission für Dialog leitete, zum so genannten Blasphemieparagraphen: „Dieses umstrittene Gesetz, das in Pakistan zu viel Blutvergießen geführt hat, wird weiterhin als Instrument der Verfolgung von Christen, aber auch von Hindus und Muslimen benutzt. Es ist ungerecht und missverständlich. Als Christen fordern wir seit langem die Abschaffung oder eine Änderung, damit der Missbrauch, zu dem es immer wieder kommt, vermieden werden kann. In diesem Kampf werden wir von vielen Menschenrechtsorganisationen und auch von muslimischen Bürgern unterstützt.“
Im Namen der pakistanischen Christen fordert der Dominikanerpater deshalb: „Wir bitten die Regierung mit Nachdruck darum, dass sie die eigene Verantwortung übernimmt und den Respekt der Menschenwürde und der grundlegenden Rechte aller Bürger garantiert. Ich bin der Ansicht, dass auch die internationale Gemeinschaft dieser Frage mehr Augenmerk schenken sollte: wir bitten deshalb um eine Mission des Sonderbeobachters der Vereinten Nationen für Religionsfreiheit.“. (PA) (Fidesdienst, 24/08/2012)


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