Radio Muqdisho (X)
Mogadischu (Fides) – Vom 1. bis 2. September fand in Mogadischu, Somalia, die nationale Konferenz zur inneren Sicherheit statt, an der sowohl Mitglieder der Regierung – darunter die Minister für innere Sicherheit, für innere Angelegenheiten und für Verteidigung – als auch Vertreter der Regionalregierungen sowie weitere Akteure aus dem Sicherheitsbereich des Landes teilnahmen, darunter Vertreter der Afrikanischen Union.
Die Aufgabenbereiche der Konferenz verteilten sich insgesamt auf drei Sitzungen. In der ersten standen Themen der inneren Sicherheit im Mittelpunkt, wie die Kontrolle der lokalen Polizei sowie der Ausbau der nationalen Sicherheitsbehörde und der Behörde für Einwanderung und Staatsbürgerschaft. Im zweiten Teil diskutierten die Teilnehmer darüber, wie organisatorische Defizite zwischen den verschiedenen Behörden behoben und die Zusammenarbeit zwischen ihnen verbessert werden können. Die dritte Sitzung befasste sich mit der nachhaltigen Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen, wobei deutlich wurde, dass diese Themen angegangen werden müssen, während gleichzeitig die Rolle der internationalen Geldgeber schrittweise reduziert werden soll.
In seinem Kommentar zur Konferenz erklärte der Minister für innere Sicherheit, Abdullahi Fartaag, dass der Dialog zwischen den Parteien im Rahmen des Übergangsprozesses, der durch die Stabilisierungs- und Unterstützungsmission der Afrikanischen Union (AUSSOM) vorangetrieben wird, stattgefunden habe. Die Mission begann am 1. Januar 2025 mit dem Ziel, bis Ende 2029 alle Sicherheitsbefugnisse an den somalischen Staat zu übertragen. Die Maßnahmen der AUSOM betreffen sowohl den militärischen als auch den zivilen Bereich, und ihre Aktivitäten stehen im Einklang mit zwei Sicherheitsplänen der somalischen Regierung: dem Plan zur Verbesserung der Sicherheit (SSPD) und dem Nationalen Sicherheitsapparat (NSA).
Für das Land am Horn von Afrika ist das Thema Sicherheit eines der wichtigsten. Das heikelste Problem betrifft hierbei die Aktivitäten der Al-Shabaab-Gruppe, die mit Al-Qaida in Verbindung steht und zwischen Somalia und Nordkenia operiert.
Nach Angaben des Africa Center for Strategic Studies (ACSS) ist Somalia auf dem afrikanischen Kontinent nach der Sahelzone das zweitgefährlichste Gebiet, was die Aktivitäten solcher Gruppen betrifft. Das Forschungszentrum hat von 2023 bis August dieses Jahres mehr als 7.300 Todesfälle im Zusammenhang mit Terroranschlägen gezählt, wobei 95 % auf die Aktivitäten von Al-Shabaab zurückzuführen sind. Da in der Zeit von 2013 bis 2022 die Gesamtzahl der Todesopfer durch Anschläge noch bei etwas über 3.500 lag, handelt es sich um einen exponentiellen Anstieg.
Al-Shabaad wird nicht nur für Somalia zu einem Problem, einem Land, das gleichzeitig mit innerer Unruhe aufgrund wachsender Forderungen nach Autonomie – wie im Fall von Puntland – und sogar nach Unabhängigkeit – siehe die Kampagne für die Anerkennung Somalilands – zu kämpfen hat. Die ACSS betont, dass Al-Shabaad in den letzten Jahren auch Kontakte zu den Huthi auf der anderen Seite des Golfs von Aden und zu den in diesen Gewässern aktiven Piraten geknüpft hat. Dies macht Al-Shabaad zu einem Akteur, dessen Handlungen bald internationale Auswirkungen haben könnten.
(CG) (Fides-Agentur 6/9/2026)