AFRIKA/SAMBIA - Präsident Hichilema unter Spannungen wiedergewählt: Bischöfe fordern Transparenz und Achtung der Rechtsstaatlichkeit

Dienstag, 18 August 2026

Lusaka (Fides) – Der sambische Präsident Hakainde Hichilema wurde bei den Wahlen am vergangenen 13. August für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt (vgl. Fides 13/08/2026).
Hichilema gewann mit insgesamt 2.965.326 Stimmen, was 60,49 % der 4.902.050 gültigen Stimmen entspricht. Sein Hauptkonkurrent Brian Mundubile erhielt 1.856.217 Stimmen, was 37,87 % der Gesamtstimmen entspricht. Mundubile musste ins Exil gehen, nachdem ihm die Beteiligung an einem angeblichen Komplott für einen bewaffneten Aufstand vorgeworfen wurde.
Mindestens zehn prominente Persönlichkeiten aus Mundubiles politischem Lager wurden verhaftet, darunter sein Sprecher George Chisanga und Patrick Mwansa, der Ehemann der Tochter des ehemaligen Präsidenten Edgar Lungu. Die Regierung wirft den Verhafteten vor, mit ausländischen Staatsangehörigen zusammengearbeitet zu haben, um illegale Militärausbildungscamps zu errichten.
Am 15. August erklärte Mundubile, dass schwer bewaffnete Angehörige der sambischen Nationalarmee an seinem Wohnsitz erschienen seien. Laut dem Politiker eröffneten die Soldaten nach dem Sturm auf das Haus das Feuer und terrorisierten seine Familie. Mundubile bezeichnete den Angriff als Mordanschlag.
Wenige Stunden später setzte die Wahlkommission die Stimmauszählung unter Berufung auf den Diebstahl markierter Stimmzettel und Gewalttaten gegen ihre Beamten aus, ohne weitere Details zu nennen. Oppositionelle interpretierten die plötzliche Aussetzung und die darauffolgende rasche Wiederaufnahme der Auszählung als Manöver zur Beeinflussung des Ausgangs der Präsidentschaftswahl.
In einer Erklärung teilte die Sambische Bischofskonferenz unterdessen mit, sie habe „den Ablauf der Parlamentswahlen vom 13. August 2026 und die darauffolgenden Ereignisse mit tiefer Besorgnis verfolgt“.
„Wir, die Hirten der katholischen Kirche in Sambia und die moralischen Stimmen im Leben dieser Nation, dürfen nicht schweigen, während die Integrität eines Prozesses, der so grundlegend für das Wohlergehen und die Zukunft des sambischen Volkes ist, infrage gestellt wird“, heißt es in der Erklärung, die Fides vorliegt, weiter.
Die Bischöfe betonen, dass sie „nicht im Interesse irgendeiner politischen Partei oder eines Kandidaten sprechen, sondern zum Schutz der Verfassung, der Rechtsstaatlichkeit und des heiligen Rechts jedes Sambiers, dass seine Stimme gezählt und respektiert wird.“
Die Bischöfe äußern sich insbesondere zu der von der Wahlkommission Sambias (Electoral Commission of Zambia - ECZ) am 14. August angeordneten Aussetzung der Stimmauszählung. „Obwohl die Kommission später mitteilte, die Auszählung sei unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen wieder aufgenommen worden, ist allein die Tatsache, dass eine solche Aussetzung einen Tag nach der Wahl angeordnet wurde, für jeden Bürger guten Willens besorgniserregend“, so die Bischöfe.
Die Bischofskonferenz äußert zudem Besorgnis über „beunruhigende Berichte über die Behandlung von Mitgliedern und Funktionären oppositioneller Parteien, darunter Vorwürfe der Belästigung durch bewaffnete Beamte, sowie Fälle der Festnahme von Personen, deren Verbleib unbekannt ist.“
Die Bischöfe räumen ein, dass nicht alle Meldungen von Festnahmen „unabhängig überprüft wurden“, fordern aber gerade deshalb „maximale Transparenz: Jede von staatlichen Stellen inhaftierte Person muss unverzüglich identifiziert werden, Zugang zu einem Anwalt und Familienangehörigen erhalten und entweder nach dem Gesetz vor Gericht gestellt oder freigelassen werden.“
Die Erklärung schließt mit einem „Aufruf zu Ruhe, Geduld und Gebet“. „Wir beten, dass Frieden in unserem Land gewährleistet sein möge und dass Weisheit und Integrität unter denjenigen herrschen, die mit der Erfassung und Bekanntgabe der Ergebnisse betraut sind“, so die Bischöfe.
(L.M.) (Fides 18/8/2026)


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