AMERIKA/VENEZUELA - Kamillianer und Missionarinnen von der heiligen Familie von Nazareth wollen Wiederaufnahme des Schulbetriebs garantieren

Mittwoch, 22 Juli 2026

Cadis International

Caracas (Fides) – Einen Monat nach dem schweren Erdbeben in Venezuela laufen die Hilfsprogramme für die betroffene Bevölkerung weiter. Das Hilfswerk der Kamillianer „Camillian Disaster Service International“ (CADIS) koordiniert gemeinsam mit den Kamillianern der Provinz Brasilien und CADIS Brasilien Nothilfemaßnahmen und führt eine Spendenaktion durch, um lebensnotwendige Güter für die Bedürftigsten bereitzustellen.
Gleichzeitig hat CADIS eine Kooperation mit den Missionsschwestern von der Heiligen Familie von Nazareth (MHSFN) begonnen, um die Wiederaufnahme des Schulbetriebs zu gewährleisten und den Kindern eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen. Laut einer Erklärung, die Fides vorliegt, hat das Erdbeben die ohnehin schon schwierige sozioökonomische Lage des Landes verschärft und über 400 Schulgebäude zerstört. In vielen Gebieten leben Familien noch immer in provisorischen Unterkünften und haben keinen Zugang zu Trinkwasser, Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Obwohl Bürger und Ordensgemeinschaften erste Hilfe geleistet haben, stellt auch die Aussetzung des Schulbetriebs einen der schwerwiegendsten Notfälle dar.
Um zu verhindern, dass Tausende von Schülern ohne Bildung bleiben, planen die Missionsschwestern, ihre teilweise beschädigte Schule in Caracas im September wiederzueröffnen, obwohl die Restaurierungsarbeiten am Gebäude noch andauern. Die Schule wird im Zweischichtbetrieb arbeiten: Vormittags findet der Unterricht für die bereits eingeschriebenen 400 bis 600 Schüler statt, nachmittags werden Kinder aus den zerstörten Schulen der Nachbargemeinden unterrichtet. Die Hilfsmaßnahmen werden durch logistische Herausforderungen erschwert, da der Flughafen von Caracas in ein Notzentrum umgewandelt wurde und Hilfsgüter hauptsächlich über den internationalen Flughafen Arturo Michelena in Valencia transportiert werden müssen.
Laut offiziellen Aangaben forderten die beiden schweren Erdbeben, die am 24. Juni den Nordwesten und das Zentrum Venezuelas erschütterten (vgl. Fides, 24/06/2026), mindestens 5.346 Todesopfer und 16.740 Verletzte. Zehntausende wurden vertrieben; über 16.300 verloren ihr Zuhause, und weitere 28.300 Häuser sind unbewohnbar. Mehr als 23.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und leben derzeit in Notunterkünften in verschiedenen betroffenen Gebieten. Die Regierung hat noch keine Schätzung der Zahl der Vermissten unter den Trümmerbergen abgegeben, aber laut den Vereinten Nationen könnte diese Zahl bis zu 50.000 betragen.
(AP) (Fides 22/7/2026)


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