ASIEN/INDIEN - Einschüchterung von Don-Bosco Schwestern in West Bengala: Katholiken fordern Schutz

Dienstag, 14 Juli 2026

FMA

Barasat (Fides) – Die katholische Bischofskonferenz Indiens (CCBI) äußerte sich in einer Erklärung, die Fides vorliegt, „zutiefst besorgt“ über die Einschüchterungen, denen die Don-Bosco-Schwestern in Barasat, einer Stadt im indischen Bundesstaat Westbengalen, ausgesetzt sind. Die Bischöfe forderten die Behörden auf, die Sicherheit der Ordensfrauen zu gewährleisten, die Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen und die verfassungsmäßigen Rechte aller Religionsgemeinschaften zu schützen. Pfarrer Stephen Alathara, Sprecher der katholischen Bischofskonferenz, rief dazu auf, „Gewalt abzulehnen und jegliche Streitigkeiten ausschließlich auf dem Rechtsweg und durch demokratische Prozesse beizulegen“.
Laut den Ordensfrauen drang am 12. Juli eine Gruppe von etwa 60 Personen in das Gelände des Ordens ein, forderte die Frauen auf, eine im Bau befindliche Gedenkkapelle und einen Friedhof sofort abzureißen, und drohte mit Gewalt. Die Don-Bosco-Schwestern stellten klar, dass der Friedhof, der für die Beisetzung der Schwestern des Ordens vorgesehen ist, vor Baubeginn unter der vorherigen Landesregierung alle erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden erhalten hatte. Nach dem jüngsten Regierungswechsel im Bundesstaat hin zur Bharatiya Janata Party (BJP), der nationalistischen Partei, die unter Premierminister Narendra Modi auch auf Bundesebene regiert, wird das Projekt nun angefochten.
Auch die „All India Catholic Union“ (AICU), der Verband indischer katholischer Laien, verurteilt den Angriff und erklärte, die Ordensfrauen seien eingeschüchtert und beleidigt worden. Einige Mitglieder der Gruppe hätten gesagt: „Eure Regierung existiert nicht mehr, jetzt sind wir an der Macht“. Der Verband erklärt, dies beziehe sich auf die jüngsten Wahlen, bei denen die BJP in Westbengalen an die Macht kam. Diese Worte stellten jedoch einen klaren Versuch dar, „Rechtsverfahren durch Einschüchterung zu ersetzen“.
Die AICU sieht den Vorfall als Teil eines umfassenderen Musters von Schikanen und Gewalt gegen christliche Einrichtungen im Bundesstaat Westbengalen und fordert die Achtung der verfassungsmäßigen Rechte religiöser Minderheiten, darunter das Recht, den Glauben zu bekennen und Einrichtungen und Eigentum selbst zu verwalten. Daher appelliert die Organisation an die Landesregierung, den Don-Bosco-Schwestern und ihren Einrichtungen Schutz zu garantieren, die Kapelle und den Friedhof, die bereits rechtlich genehmigt sind, zu erhalten und die Verantwortlichen für die Drohungen strafrechtlich zu verfolgen.
Der Vorfall ereignete sich inmitten wachsender Besorgnis innerhalb der indischen katholischen Kirche über Gewalttaten und Einschüchterungen gegen Gläubige in verschiedenen Bundesstaaten des Landes, was auch Gegenstand eines Dialogs mit den staatlichen Behörden ist. In den vergangenen Tagen traf eine Delegation von fünf Bischöfen unter der Leitung von Kardinal Anthony Poola, dem Vorsitzenden der Indischen Bischofskonferenz (CBCI, in der sich die katholischen Bischöfe des lateinischen, syromalabarischen und syromalankarischen Ritus zusammenschließen), mit Bundesinnenminister Amit Shah in Neu-Delhi zusammen und äußerte ihre Besorgnis über Übergriffe auf Gläubige und kirchliche Einrichtungen, die laut den Bischöfen häufig mit Anschuldigungen von Zwangsbekehrungen einhergehen.
Wie der Sprecher der interrituellen Bischofskonferenz, Pfarrer Robinson Rodrigues, mitteilte, versicherte Minister Shah, dass er persönlich in Fällen intervenieren werde, in denen die Polizei von Christen eingereichte Anzeigen nicht aufnimmt. Der Minister rief Opfer außerdem dazu auf, Vorfälle, bei denen die Strafverfolgungsbehörden die Einleitung von Verfahren verweigern, direkt seinem Ministerium zu melden und sich für die Durchsetzung der Gerechtigkeit einzusetzen.
Gegenstand der Gespräche waren auch Änderungen des Gesetzes zur ausländischen Finanzierung (Foreign Contribution Regulation Act, FCRA) (vgl. Fides 19/06/2026 und 25/06/2026). Der Minister versicherte, dass die neuen Bestimmungen weder gegen christliche Gemeinden angewendet werden noch rückwirkend auf kirchliche Einrichtungen Anwendung finden, die mit ausländischen Geldern gegründet wurden.
Christen stellen etwa 2,3 % der indischen Bevölkerung von über 1,4 Milliarden Einwohnern.
(PA) (Fides, 14/7/2026)


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