Diocese of Myitkyina/RVA
Von Paolo Affatato
Myitkyina (Fides) – „Jesus sagt uns im Evangelium: Fürchtet euch nicht. Das ist mein Motto. Gott wird uns helfen, was auch immer geschieht. In unserer Lage müssen wir auf Gott vertrauen. Ich sage zu meinem Volk: Lasst uns mehr beten“, so Bischof John Mung Ngawn La Sam von Myitkyina, der Hauptstadt des Staates Kachin, gegenüber Agenzia Fides. Der Staat ist von heftigen Kämpfen im andauernden Bürgerkrieg in Myanmar gezeichnet. In der im Norden Myanmars gelegenen Region dauern die Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Oppositionsgruppen an, die sich aus den Volksverteidigungskräften und bewaffneten Gruppen ethnischer Minderheiten wie der“ Kachin Independence Army“ (KIA) zusammensetzen. Die Lage bleibt äußerst instabil.
Der Bischof erklärte gegenüber Fides, dass „die Menschen ums Überleben kämpfen“ und dass, während das gesamte Schulsystem aufgrund des Krieges zersplittert oder unterbrochen sei, die Bildung auch „dem guten Willen vieler anvertraut ist, wie etwa den Ordensschwestern und Katecheten, die informellen Unterricht für Kinder und Jugendliche organisieren“. „In unserer Situation“, fährt er fort, „leben wir von Tag zu Tag; die Gläubigen mussten ihre Dörfer und Gemeinden verlassen, sie waren zur Flucht gezwungen, aber an vielen Orten, wie etwa in Flüchtlingslagern und informellen Siedlungen, hat sich angesichts des anhaltenden Lebens als Vertriebene fast ein gewisses Gleichgewicht eingestellt. Das heißt, die Menschen haben sich beinahe an dieses Leben in Unsicherheit gewöhnt, das jedoch nicht unsere Zukunft sein kann“, erklärt er.
„Wir sind alle des Konflikts müde. Hunderttausende Vertriebene leiden“, sagt er und spricht über die gravierenden humanitären Folgen für allein etwa 250.000 Menschen im Staat Kachin, wie jüngste Schätzungen des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge belegen. „Sie leben in Flüchtlingslagern oder in kleinen Siedlungen in Waldgebieten. Christen und Buddhisten leben dort zusammen. Ich besuche sie regelmäßig und wir feiern gemeinsam die Messe. Im Jahr 2026 habe ich insgesamt 900 Firmungen von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren gespendet. Diese Kinder tragen das Licht Christi in ihren Augen und Herzen: Sie sind unsere Hoffnung, ihr Leben ein großes Zeichen der Hoffnung“, bekräftigt er.
Der Bischof fährt fort: „Ich höre das Leid der Vertriebenen und bin tief bewegt. Durch ‚Karuna‘, unsere Caritas, helfen wir ihnen und versorgen sie mit dem Nötigsten. Und ich sage nur eines: Wir müssen mehr beten, es gibt keine andere Lösung. Das Gebet ist wichtig, es ist das Band, das uns mit dem Herrn verbindet. Lasst uns ihn bitten, uns in dieser schwierigen Lage beizustehen und für uns zu sorgen.“ Der Bischof wohnt noch immer auf dem Gelände der Kathedrale von Myitkyina, da, wie er berichtet, „in der Stadt nicht gekämpft wird, weil Myitkyina von der regulären Armee kontrolliert wird“. Die Spannungen sind jedoch auch dort spürbar.
„Wir müssen von ganzem Herzen glauben und hoffen“, betont Bischof La Sam, „Wir müssen daran glauben, dass das nächste Jahr besser wird als dieses. Wir müssen mehr beten, das sage ich den Gläubigen immer wieder.“ „Wir können nichts tun, als warten und beten. Denn ohne Gottes Hilfe können wir nichts ausrichten. Wir hoffen daher, dass wir einen Prozess der nationalen Versöhnung einleiten können, der, so Gott will, möglich sein wird und den Frieden wiederherstellen wird“.
Der Staat Kachin, im äußersten Norden des Landes an der Grenze zu China und Indien gelegen, ist einer der am stärksten vom Bürgerkrieg, der nach dem Militärputsch im Februar 2021 ausbrach, betroffenen Staaten. Der Konflikt in der Region hat jedoch ältere Wurzeln: Der Waffenstillstand zwischen der burmesischen Armee und der KIA war bereits 2011 gescheitert, und der Konflikt betraf auch die Kontrolle über natürliche Ressourcen wie Holz und Jadevorkommen, an denen die Region reich ist. Die Hauptstadt des Staates, Myitkyina, beherbergt derzeit das Hauptquartier des nördlichen Militärkommandos der burmesischen Armee und wird weiterhin stark von Regierungstruppen bewacht. In der Umgebung kommt es immer wieder zu Zusammenstößen, Kämpfen, Hinterhalten und Bombenangriffen auf Dörfer, die schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung haben. In dieser humanitären Notlage ist die örtliche katholische Kirche eine der wenigen Anlaufstellen für Hilfe, psychologische Unterstützung, Bildung, sozialen und interreligiösen Zusammenhalt sowie spirituelle Begleitung für die Geflüchteten.
(Fides 24/6/2026)