AFRIKA/SÜDAFRIKA - Aufruf zum Dialog gegen Fremdenfeindlichkeit

Dienstag, 23 Juni 2026

Kapstadt (Agenzia Fides) – „Ich hoffe, dass unsere Kirchen auf allen Ebenen einen offenen Dialog fördern und unterstützen werden, der Einheimische, ausländische Staatsbürger und ihre Organisationen, Unternehmer und ihre Verbände sowie die Behörden zusammenbringt“, so Erzbischof Sithembele Anton Sipuka von Kapstadt und Präsident des Südafrikanischen Kirchenrats (South African Council of Churches, SACC), der angesichts der Welle der Fremdenfeindlichkeit, die seit Wochen ausländische Gemeinschaften in Südafrika trifft (vgl. Fides, 10/06/2026), zum Dialog aufruft.
Gewalt und Einschüchterung machen nach Angaben des SACC, das ökumenische Gremium der wichtigsten christlichen Konfessionen Südafrikas, auch nicht vor Kirchen halt, die von Ausländern geleitet werden und im Land aktiv sind. Laut dem Kirchenrat kam es zu verbalen Beleidigungen, einschüchternden Graffiti an Kirchenwänden und in Einzelfällen zu Drohungen mit körperlicher Gewalt gegen Ausländer, die Kirchengemeinden angehören, welche Spenden aus dem Ausland erhalten.
Die SACC nennt zwar keine konkreten Vorfälle, betont aber, dass diese Verhaltensweisen an frühere Situationen erinnern, in denen mit dem Ausland verbundene NGOs ähnliche Reaktionen erfahren haben. Die Organisation bekräftigt zudem, dass alle Religionsgemeinschaften, unabhängig von ihren Finanzierungsquellen, Anspruch auf denselben gesetzlichen Schutz haben.
In seinem Aufruf zum Dialog betont Erzbischof Sipuka, dass dieser auf dem Zuhören „der berechtigten Anliegen der Gemeinschaften beruhen muss. Es gilt, die Verantwortlichen für Fehlverhalten – unabhängig von ihrer Nationalität – sowie Geschäftsinhaber, die ausländische Staatsangehörige zu Niedriglöhnen beschäftigen und sich so fairen Löhnen und arbeitsrechtlichen Verpflichtungen entziehen, zur Rechenschaft zu ziehen“.
„Die Kirche ist überzeugt, dass berechtigte Anliegen Gehör verdienen, aber dass kein Anliegen Gewalt, Einschüchterung, die Bildung von Bürgerwehren oder die Verfolgung unschuldiger Menschen aufgrund ihrer Nationalität rechtfertigen kann“, fügte der Erzbischof hinzu.
Bischof Sipuka lud auch die Partnerkirchenräte der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) zum Dialog ein, „in Anerkennung dessen, dass Migration eine regionale Herausforderung darstellt, die regionale Solidarität, Zusammenarbeit und Verständnis erfordert“.
Bongani Mkwananzi, Sprecher des „African Diaspora Forum“ (ADF), erklärte unterdessen: „Das ADF lehnt fremdenfeindliche Ultimaten und jeden Versuch ab, Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft zu diskriminieren.“ Gleichzeitig räumte er jedoch ein: „Wir dürfen aber auch die wachsende Besorgnis der Öffentlichkeit über die Zunahme selbsternannter Propheten, Untergrundkirchen und religiöser Organisationen, die scheinbar mehr daran interessiert sind, von schutzbedürftigen Menschen zu profitieren, nicht ignorieren.“
„Jeder, unabhängig von seiner Nationalität, der unschuldige Menschen ausbeutet und täuscht, muss vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen werden“, schloss Mkwananzi.
(L.M.) (Fides 23/6/2026)


Teilen: