Erzbischof Sangalli bei Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke: “Missionarische Umkehr” ist kein abstraktes Konzept

Mittwoch, 3 Juni 2026 päpstliche missionswerke   mission   papst leo xiv.  



Rom (Agenzia Fides) – Die von Papst Leo XIV. als dringendes Gebot der Gegenwart geforderte „permanente missionarische Umkehr“ ist keine bloße Absichtserklärung und oder ein abstraktes Konzept. Das zeigt sich konkreten darin, dass die Säkularisierungsprozesse in vielen Ländern auch zu einem Rückgang der Spenden führen, was die Päpstlichen Missionswerke, die für die apostolische Arbeit eingesetzten "weltlichen Güter" sorgfältig zu verwalten und ihnen mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Während der letzten Tage der Generalversammlung, die vom Mittwoch, dem 27. Mai, bis Mittwoch, dem 3. Juni, in Rom stattfand, wurde die Vitalität des Netzwerks der Päpstlichen Missionswerke in ihrer ganzen Konkretheit deutlich – im Dialog der Nationaldirektoren mit den Generalsekretären der Internationalen Sekretariate sowie durch die Denkanstöße, die auch durch die Ansprache von Erzbischof Samuele Sangalli, beigeordneter des Dikasteriums für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) und Leiter der Verwaltung des Dikasteriums, angeregt wurden.

Am Nachmittag des Dienstags, dem 2. Juni, lud Erzbischof Sangalli auch in seiner Predigt während der Eucharistiefeier in der Kapelle des „Collegio internazionale San Lorenzo da Brindisi“ zum Nachdenken ein. Inspiriert von der Lesung aus dem Markusevangelium („So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“), betonte der Erzbischof, wie Jesus selbst wenige Tage vor seinem Leiden „im Umgang mit dem, was wir ‚weltliche Güter‘ nennen, auf die Probe gestellt wurde“. Und: „Seine Antwort bietet uns einen Leitsatz: Wir werden dem Kaiser nur dann ehrlich und transparent geben können, was dem Kaiser gehört, wenn wir zuvor gelernt haben, Gott zu geben, was Gott gehört.“

Papst Leo XIV. hatte bei der Audienz für Teilnehmenden der Versammlung der Päpstlichen Missionswerke am Montag, dem 1. Juni (vgl. Fides 1/06/2026), alle dazu aufgerufen, sich „einer ständigen missionarischen Umkehr zu verschreiben und gemeinsam Wege zu suchen, eine missionarische Kirche für die Heilung unserer von Spannungen, Konflikten und Kriegen geprägten Welt zu sein“. Ein Anliegen – so bekräftigte der Bischof von Rom –, bei dem „die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke unverzichtbar bleibt“.

Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt des Missionsdikasteriums, appellierte während der vorangehenden Messe im Petersdom ebenfalls an alle Mitglieder des Netzwerks der Päpstlichen Missionswerke, sich gegenseitig als „Geschenk und Ressource“ zu erkennen. „Ermutigen wir einander“, bemerkte auch Erzbischof Sangalli, „auch im Hinblick auf die Verwaltung weltlicher Güter.“

In seiner Ansprache an die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke betonte der beigeordnete Sekretär des Missionsdikasteriums: „Die Säkularisierungsprozesse in der westlichen Welt, verbunden mit der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft nicht mehr aus Tradition, sondern aus freier persönlicher Entscheidung, führen zunehmend nicht nur zu einem drastischen Rückgang der Zahl praktizierender Gläubiger, sondern auch zu einem erheblichen Rückgang der Spenden“ im Zusammenhang mit diesem Paradigmenwechsel.
Einerseits, so Erzbischof Sangalli, „ist es notwendig, eine umsichtigere und aufmerksamere Ressourcenverwaltung entschieden zu unterstützen.“ Andererseits, fügte er hinzu, „drängt uns die Lage auch materiell dazu, den Prozess der finanziellen Selbstversorgung jener jungen Kirchen abzuschließen, der kanonisch mit ihrer Anerkennung als Ortskirchen mit eigener Hierarchie eingeleitet wurde.“ Dies sei ein günstiger Zeitpunkt, um die wahre Quelle jener „missionarischen Zusammenarbeit“ wiederzuentdecken, die der Gründung der vier Päpstlichen Missionswerke zugrunde liegt.

„Gegenseitiger Austausch und Unterstützung im Gebet, in der apostolischen Tätigkeit und im Teilen von Ressourcen“, erklärte der stellvertretende Sekretär des Missionsdikasteriums, „müssen uns einerseits zu tiefgreifender Transparenz und Integrität in der Berichterstattung über die Verwaltung weltlicher Güter führen; andererseits dazu, vermehrt Pilotprojekte durchzuführen, die junge Kirchen schrittweise und ihren eigenen Möglichkeiten entsprechend zu Modellen der Selbstversorgung durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen führen.“

In diesem Zusammenhang forderte Erzbischof Sangalli auch die Einrichtung von „Schulungen für diözesane Finanzverwalter in allen Ländern innerhalb der dem Dikasterium anvertrauten Gebiete, in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bischofskonferenzen und den Missionsinstituten, die sich für diese Schulungsarbeit zur Verfügung gestellt haben.“
(GV) (Fides 3/6/2026)


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