Kampala (Fides) – Der „Tag der ugandischen Märtyrer“ wurde aufgrund der Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die sich auch auf das Nachbarland Uganda ausgebreitet hat, verschoben. Dies gab der ugandische Präsident Yoweri Museveni an diesem Montag (18. Mai) in einer Erklärung bekannt. „Nach Rücksprache mit dem nationalen Krisenstab zur Bekämpfung der Epidemie und mit religiösen Führern haben wir beschlossen, den Tag der Märtyrer am 3. Juni auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, der noch bekannt gegeben wird“, hieß es in der Erklärung.
Präsident Museveni erklärte, die Entscheidung sei gefallen, weil jedes Jahr Tausende von Pilgern aus dem Osten des Kongo, der derzeit von einer Ebola-Epidemie betroffen ist, nach Uganda kommen. „Um das Leben aller zu schützen, ist es unerlässlich, dass diese wichtige Veranstaltung verschoben wird“, beton der Präsident.
Die Entscheidung des Präsidenten wurde von den ugandischen katholischen Bischöfen begrüßt, die in einer Erklärung, die Fides vorliegt, „den katholischen Gläubigen Empfehlungen an die Hand geben, damit dieser wichtige Gedenktag im Geiste des Gebets begangen werden kann.“
„Das Gedenken an die Märtyrer Ugandas ist und bleibt ein tiefgreifendes Zeugnis des Glaubens, des Mutes, der Treue zu Christus und des unerschütterlichen Bekenntnisses zu christlichen Werten“, bekräftigen die Bischöfe. Daher werden „Diözesen und Pfarreien trotz der Verschiebung der nationalen Gedenkfeier in Namugongo ermutigt, den Tag gemäß den Anweisungen des Diözesanbischofs und der zuständigen Regierungsbehörden zu begehen“.
Die ugandische Bischofskonferenz lädt zudem alle Mitglieder der Kirche ein, „für unser Land, für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und für alle von den Umständen, die die Verschiebung notwendig gemacht haben, Betroffenen zu beten“.
Die Bischöfe appellieren an die Regierung und das Gesundheitsministerium, „die Richtlinien zu befolgen“ und bitten die Medien, „umfassend über den Ebola-Ausbruch zu berichten“.
„Als Hirten des Volkes Gottes rufen wir alle Gläubigen dazu auf, ruhig, betend, geeint und voller Hoffnung zu bleiben. Das Zeugnis der ugandischen Märtyrer inspiriert die Kirche und die Nation weiterhin und erinnert uns daran, dass wahrer Glaube täglich durch Liebe, Opferbereitschaft, Wahrheit und Treue zu Gott gelebt wird“, heißt es in der Erklärung abschließend.
Auch die "Church of Uganda“, die zur Anglikanischen Gemeinschaft gehört, befürwortet die Verschiebung der Feierlichkeiten zum Gedenktag der ugandischen Märtyrer.
In einer am 18. Mai veröffentlichten Erklärung bestätigte der Provinzsekretär der Church of Uganda, Reverend Canon William Ongeng, dass die Entscheidung nach Konsultationen zwischen der Regierung, den Seuchenschutzbehörden und religiösen Führern getroffen wurde.
Der Tag der Märtyrer von Uganda gedenkt 45 zum Christentum konvertierten im Alter zwischen 14 und 50 Jahren, die in den frühen Jahren des Christentums in Uganda zwischen 1885 und 1887 aufgrund ihres Glaubens getötet wurden. Unter ihnen waren 22 Katholiken, die 1920 selig- und 1964 heiliggesprochen wurden. Am Tag der Märtyrer von Uganda kommen jedes Jahr Millionen von Pilgern aus Uganda und den Nachbarländern zum Heiligtum von Namugongo.
Der Ebola-Ausbruch begann in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo und wird durch das Ebola-Bundibugyo-Virus verursacht (ein seltenerer Stamm, für den es im Gegensatz zum häufigeren Zaire-Stamm weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt).
Mitte Mai gab es ein Dutzend laborbestätigte Fälle sowie Hunderte Verdachtsfälle (allein in der Demokratischen Republik Kongo wurden bis zu 395 Fälle gemeldet) und schätzungsweise 80 bis 100 Todesfälle, die auf die Infektion zurückzuführen sein sollen. Verdachtsfälle wurden auch aus Kampala (Uganda) und der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa gemeldet.
(L.M.) (Fides 19/5/2026)