Luanda (Agenzia Fides) –”Man müsse“stets jenen Formen traditioneller Religiosität wachsam im Auge zu behalten, die zwar zweifellos zu den Wurzeln eurer Kultur gehören, aber gleichzeitig die Gefahr bergen, magische und abergläubische Elemente zu vermischen, die auf dem geistlichen Weg nicht förderlich sind”, so Papst Leo XIV. in seiner Predigt bei der Messe an diesem Sonntag in Kilamba in Angola (vgl. Fides 19/4/2026). ” Bleibt den Lehren der Kirche treu“, mahnte der Nachfolger Petri in diesem Zusammenhang, „vertraut euren Hirten und richtet euren Blick auf Jesus, der sich besonders im Wort und in der Eucharistie offenbart“. Und dies in einem Land, Angola, wo es Formen des religiösen Synkretismus gibt, die mit „magischen“ Bräuchen verbunden sind, die auch Katholiken praktizieren.
Religiöser Synkretismus existiert in Angola seit der frühen Evangelisierung des Königreichs Kongo (das den Norden Angolas und Teile der heutigen Demokratischen Republik Kongo umfasste) zwischen dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Anfang des 18. Jahrhunderts gründete Beatriz Kimpa Vita die christliche Bewegung der „Antonier“. Religiös gesehen handelte es sich um eine synkretistische Verschmelzung von Christentum und afrikanischen religiösen Praktiken. Vita präsentierte sich als Reinkarnation des Heiligen Antonius von Padua und behauptete, Jesus sei schwarz und im Kongo geboren. Sie wollte die eurozentrische Darstellung des Christentums in Frage stellen und eine inklusivere, auf die afrikanische Kultur ausgerichtete Interpretation fördern. Dabei lehnte sie einige katholische Symbole (wie das Kreuz, das als Instrument des Todes galt) und Rituale (wie Taufe oder Beichte in manchen Fällen) ab, während sie lokale Rituale sowie Elemente des Heilungs- und Prophetieglaubens integrierte.
Aus politischer Sicht zielte Kimpa Vita darauf ab, das politisch gespaltene und zersplitterte Königreich Kongo, das seine frühere Einheit verloren hatte, zu vereinen.
Einige Elemente der „Antonianer“-Bewegung finden sich sowohl in synkretistischen Traditionen Amerikas, wie dem brasilianischen Candomblé oder dem kubanischen Palo, als auch in der „Kimbanguistischen Kirche“, die in der Demokratischen Republik Kongo entstand, aber auch in einigen Gebieten Angolas weit verbreitet ist (vgl. Fides 28/01/2023).
Die „Tokoistische Kirche“, die in den 1940er Jahren von Simão Gonçalves Toko (1918–1984), einem ehemaligen Schüler der Baptistischen Missionsgesellschaft, gegründet wurde, war angolanischen Ursprungs. Sie etablierte sich in der späten Kolonialzeit und den frühen Jahren der Postkolonialzeit als Bewegung des Widerstands und der spirituellen Emanzipation.
Darüber hinaus bestehen weiterhin Formen des Aberglaubens im Zusammenhang mit vermeintlichen „magischen“ Praktiken, die erhebliche soziale Folgen haben. Besonders in einigen Gebieten Angolas werden Kinder der Hexerei beschuldigt. Es handelt sich oft um besonders begabte Kinder, die viele Familien zu der Annahme verleiten, sie stünden in Verbindung mit Hexerei.
(L.M.) (Fides 20/4/2026)