Kinshasa (Fides) – Unbekannte Bewaffnete bedrohen die Zivilbevölkerung und insbesondere Menschenrechtsaktivisten in der Ruzizi-Ebene in Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dies teilte die lokale Menschenrechtsorganisation ACMEJ in einer Erklärung mit, die Fides vorliegt.
„Wir müssen“, so heißt es in der Mitteilung, „auf die Gefahren hinweisen, denen Menschenrechtsverteidiger bei ihrer täglichen Arbeit zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte ausgesetzt sind: Sie werden ernsthaft von unbekannten bewaffneten Männern bedroht, die ständig in ihre Häuser eindringen, um nach ihnen zu suchen. Und wenn sie sie nicht finden, werden stattdessen ihre Geschwister getötet.“
„Diese Situation sorgt bei diesen Menschen für tiefe Besorgnis, da sie nicht mehr wissen, welchen Weg sie einschlagen sollen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten“, heißt es in der Erklärung weiter.
In der Mitteilung wird der Fall „unseres Kollegen, S.B., Menschenrechtsverteidiger und Mitarbeiter bei ACMEJ, erwähnt, der in seinem Haus von bewaffneten, maskierten und unbekannten Männern bedroht wurde, weil er in der Gemeinde eine Aufklärungskampagne darüber geleitet hatte, dass nationale und internationale Gesetze die Rekrutierung von Minderjährigen unter 18 Jahren in bewaffnete Gruppen verbieten“. Nun war diese Person gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und untergetaucht zu leben.
Noch schwerwiegender ist, was in der Nacht vom 22. auf den 23. März geschah, als unbekannte bewaffnete Männer in das Dorf Rubanga eindrangen, das in einem von Soldaten der M23-Bewegung und ihren ruandischen Militärverbündeten kontrollierten Gebiet liegt. „Die Kommandogruppe griff zwei Familien an, die auf demselben Grundstück lebten“, heißt es in der Mitteilung. „Eine der Familien war die von S.B., die andere die seines jüngeren Bruders, B.P. Die Angreifer drangen gewaltsam in das Haus des Letzteren ein und erschossen ihn, nachdem sie ihn gefunden hatten, auf der Stelle“, berichtet ACMEJ. Der Bruder und seine Familie sind nun gezwungen, unterzutauchen.
Die ACMEJ bemüht sich, Informationen über die Verantwortlichen für Einschüchterungen und Morde zu sammeln, und richtet einen Appell „an die internationalen Menschenrechtsorganisationen, diesen Menschenrechtsverteidigern, die bedroht sind und unter extrem schwierigen Bedingungen leben, zu Hilfe zu kommen“.
In der Mitteilung heißt es weiter, dass es trotz des Waffenstillstands in der Region weiterhin zu militärischen Zusammenstößen zwischen den Guerillakämpfern der M23-Bewegung, die vom ruandischen Militär unterstützt werden, und den Angehörigen der regierungsnahen „Wazalendo“-Milizen kommt. Die Zusammenstöße haben bei den Einwohnern von Uvira die Befürchtung geweckt, dass die im vergangenen Jahr unter Vermittlung der Vereinigten Staaten (vgl. Fides 27/6/2025) zwischen der DR Kongo und Ruanda erzielten Vereinbarungen scheitern könnten.
(L.M.) (Fides 14/4/2026)