Rom (Fides) – „Seit zwei Wochen leiden die Völker des Nahen Ostens unter der grausamen Gewalt des Krieges. Tausende unschuldiger Menschen sind getötet und sehr viele andere gezwungen worden, ihre Häuser zu verlassen. Ich bekräftige meine Verbundenheit im Gebet mit all jenen, die bei den Angriffen auf Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete Angehörige verloren haben“, so Papst Leo XIV. am vierten Fastensonntag, dem sogenannten Laetare-Sonntag, nach dem sonntäglichen Angelusgebet in seiner Ansprache an die auf dem Petersplatz versammelten Pilger und Gläubigen.
Er erinnerte dabei an die neuen Kriegsfronten, die nach dem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran Tod und Leid in den Ländern des Nahen Ostens verbreiten und äußerte insbesondere seine Besorgnis über die Lage im Libanon und appellierte „im Namen der Christen im Nahen Osten und aller Frauen und Männer guten Willens“ an die „Verantwortlichen“ in diesem Konflikt: „Stellt die Kämpfe ein! Beginnt wieder in Gespräche einzutreten! Gewalt wird niemals zu der Gerechtigkeit, Stabilität und Friedlichkeit führen, der die Völker harren“.
Auch am Nachmittag lenkte Leo XIV. die Aufmerksamkeit auf die Tragödien des Krieges, die die Völker des Nahen Ostens und anderer Teile der Welt heimsuchen. Er tat dies während seines Pastoralbesuchs in der Pfarrei „Sacro Cuore di Gesù“ Herz Jesu im römischen Peripherieviertel Ponte Mammolo. „Weltweit leiden derzeit viele unserer Brüder und Schwestern unter gewaltsamen Konflikten“, sagte der Bischof von Rom zu Beginn seiner Predigt während der Eucharistiefeier, „die durch den absurden Anspruch ausgelöst werden, Probleme und Meinungsverschiedenheiten durch Krieg lösen zu können, statt im Namen des Krieges unaufhörlichen den Dialog zu suchen“. „Manche“, bemerkte Papst Prévost, „versuchen sogar, den Namen Gottes in diese Entscheidungen, die Tod bringen, hineinzuziehen - doch Gott lässt sich nicht von der Finsternis vereinnahmen. Er kommt vielmehr immer, um den Menchen Licht, Hoffnung und Frieden zu schenken, und diesen Frieden müssen jene suchen, die ihn anrufen.“
Vor dem Angelusgebet hatte der Papst in seiner kurzen Katechese an die Lesung aus dem Johannesevangelium erinnert, die von der Heilung eines von Geburt an blinden Mannes berichtet. „Durch die Symbolik dieser Begebenheit“, so der Papst wörtlich, „spricht der Evangelist Johannes vom Geheimnis des Heils: Als wir in der Finsternis waren, als die Menschheit in der Dunkelheit wandelte, hat Gott seinen Sohn als Licht der Welt gesandt, um die Augen der Blinden zu öffnen und unser Leben zu erleuchten“. „Tatsächlich können wir sagen“, so der Papst weiter, „dass wir alle ‚von Geburt an blind‘ sind, weil wir aus eigener Kraft das Geheimnis des Lebens nicht in seiner Tiefe erkennen können. Deshalb ist Gott in Jesus Mensch geworden: Damit der vom Atem seiner Gnade durchwirkte Lehm unserer Menschlichkeit ein neues Licht empfangen konnte, das uns endlich befähigt, uns selbst, die anderen und Gott in der Wahrheit zu erkennen“.
„Es ist bemerkenswert“, so Papst Leo XIV. „dass sich im Laufe der Jahrhunderte die auch heute noch bestehende Meinung verbreitet hat, der Glaube sei eine Art Sprung ins Ungewisse, ein Verzicht auf das Denken, so als ob gläubig zu sein bedeute, blind zu glauben“. „Das Evangelium sagt uns hingegen, dass sich die Augen im Kontakt mit Christus öffnen“, betonte er. So seien auch wir, „die wir durch die Liebe Christi geheilt worden sind, berufen, ein Christentum der offenen Augen zu leben“. Der Glaube sei „kein blinder Akt, kein Verzicht auf Vernunft, keine Rückzug in irgendeine religiöse Gewissheit ist, die bewirkt, dass wir die Welt aus dem Blick verlieren“. Im Gegenteil, der Glaube an Christus selbst „hilft uns, mit Jesu Augen zu sehen: Er ist eine Teilhabe an seiner Sichtweise“, erklärte Papst Prévost unter Bezugnahme auf die Enzyklika „Lumen Fidei“. Und gerade in unserer Zeit, fügte er hinzu, „brauchen wir einen wachen, aufmerksamen und prophetischen Glauben, der uns die Augen für die Dunkelheit der Welt öffnet und das Licht des Evangeliums durch ein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität bringt.“ Und gerade heute „bedarf es angesichts der vielen Fragen des menschlichen Herzens und der dramatischen Situationen von Ungerechtigkeit, Gewalt und Leid, die unsere Zeit prägen, eines wachen, aufmerksamen und prophetischen Glaubens, der die Augen für die dunklen Seiten der Welt öffnet und ihr durch den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität das Licht des Evangeliums bringt“.
(GV) (Fides 15/3/2026)