AFRIKA/NIGER - Angriff auf den Flughafen von Niamey

Donnerstag, 29 Januar 2026

Niamey (Fides) – In der Nacht vom 28. auf den 29. Januar wurde der Flughafen Diori Hamani in Niamey angegriffen. Laut lokalen Quellen kam es gegen Mitternacht zu heftigen Schusswechseln auf dem Flughafengelände, nachdem eine unbekannte bewaffnete Gruppe die Wachgarnison angegriffen hatte. Die Kämpfe dauerten bis zwei Uhr morgens. Am Himmel waren Leuchtspurgeschosse zu sehen, die vermutlich dazu dienten, die von den Angreifern eingesetzten Drohnen abzuschießen.
Inzwischen ist wieder Ruhe im Flughafen der Hauptstadt des Niger eingekehrt. Die Flughafenanlage befindet sich 10 km vom Zentrum von Niamey entfernt und beherbergt neben dem zivilen Flughafen auch die Basis 101 der nigerianischen Luftwaffe, die bis Juli 2024 von den US-Streitkräften genutzt wurde, um die Drohnen zu steuern, die zur Unterstützung der lokalen Streitkräfte gegen dschihadistische Gruppen eingesetzt werden.
Der Militärbereich wurde kürzlich renoviert und soll eine neue Basis für neu erworbene Drohnen türkischer Produktion sowie das Hauptquartier der vereinigten Streitkräfte aus Niger, Burkina Faso und Mali beherbergen, die gegen die Dschihadistengruppen kämpfen, die die drei Länder bedrohen, die der Allianz der Sahelstaaten (AES) angehören. In der Anlage sollen nun russische Soldaten untergebracht sein, die die seit dem 26. Juli 2023 regierende Militärjunta unterstützen.
In Lagern am Flughafen werden außerdem tausend Tonnen konzentriertes Uranoxid (wegen seiner Farbe gemeinhin als „Yellowcake“ bezeichnet) gelagert, das von der französischen Gruppe „Orano“ aus der Mine von Arlit gewonnen wurde und Gegenstand einer Kontroverse zwischen dem Unternehmen aus Frankreich und der Militärjunta ist, nachdem diese es beschlagnahmt hatte.
Die nukleare Fracht sollte von einem russischen Unternehmen gekauft werden, nachdem sie auf dem Landweg zum Hafen von Lomé in Togo transportiert wurde, wobei die Durchquerung von Gebieten vorgesehen war, die von dschihadistischen Gruppen kontrolliert werden. Französischer diplomatischer Druck zwang die lokalen Behörden jedoch, den Transport zu verschieben, sodass die Ladung im Flughafengebäude blockiert blieb. Es wird vermutet, dass das Kommando, das den Flughafen überfallen hat, aus Mitgliedern der JNIM („Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime”) bestand, einer der aktivsten dschihadistischen Gruppierungen in der Region.
(L.M.) (Fides 29/1/2026)


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