AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Über 30.000 Vertriebene an der Grenze zur Demokratischen Reublik Kongo

Dienstag, 13 Januar 2026

Bangui (Fides) – Die humanitäre Lage in der Region Zémio in der Zentralafrikanischen Republik hat alarmierende Ausmaße erreicht. Nach Angaben des Weihbischof von Bangassou (im Südosten der Zentralafrikanischen Republik), Aurelio Gazzera, beläuft sich die Gesamtzahl der Vertriebenen mittlerweile auf 30.000. Davon leben über 2.000 in extremer Armut, verteilt auf die örtliche katholische Mission und die Stadt Zapaye in der Demokratischen Republik Kongo. Diese Menschen haben weder Nahrung noch lebensnotwendige Güter, und die Kinder haben keinen Zugang zu Bildung.
Unter den Menschen, die im vergangenen November geflohen sind, befinden sich die 72 Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums von Zémio, während es bis zum letzten Jahr noch 992 Schüler und Schülerinnen waren.
Das von der Gewalt betroffene Gebiet ist eine im Vergleich zum Rest des Landes abgelegene Region ohne Infrastruktur. „Die Straße, die Bangassou mit Zémio verbindet, ist 300 km lang, aber man braucht mindestens 16 bis 17 Stunden, um sie zu befahren“, berichtet Bischof Gazzera.
„Die Region Zémio leidet ebenso wie die Regionen Mbomou, Haut-Mbomou und Boki seit über 15 Jahren unter der Gewalt bewaffneter Gruppen wie der Lord’s Resistance Army (LRA), eine aus Uganda stammende Gruppe, die sich in der Region niedergelassen hatte, der Séleka, einer Reihe von Milizen, die während des Bürgerkriegs 2012 entstanden sind, der „Unité pour la Paix en Centrafrique“ (UPC), eine 2014 aus einer Abspaltung der Seleka hervorgegangene Gruppe, und nun den Milizen der „Azandé Ani Kpi Gbé“ (AAKG) zu leiden, die als Bewegung zum Schutz der Bevölkerung entstanden sind, aber letztendlich mehr Probleme verursacht haben, als sie zu lösen glaubten“, erklärt der Weihbischof von Bangassou.
Was die humanitäre Hilfe angeht, erklärt Bischof Gazzera: „In Zusammenarbeit mit unseren Partnern wie der Caritas versuchen wir, eine Lieferung von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs vorzubereiten, aber das eigentliche Problem besteht darin, die Hilfe an ihren Bestimmungsort zu bringen.“ „Es ist schon kompliziert, sie nach Bangassou zu bringen“, betont der Bischof. „Von Bangassou nach Zémio stellen der Zustand der Straße und die Unsicherheit in der Region verschiedene Probleme für den Transport dar, auch weil begründete Befürchtungen bestehen, dass sich die Lage weiter verschlechtern könnte.“ „Es gab bereits Fälle, in denen Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, die diese Straße passierten, angegriffen wurden“, beklagt er.
Auch die wenigen Gesundheitseinrichtungen in der Region bleiben nicht verschont. „Das Krankenhaus von Mbomou wurde von Milizionären angegriffen, die auf der Suche nach verwundeten Soldaten waren, von denen sie glaubten, dass sie in der Einrichtung behandelt würden“, so Bischof Gazzera.
Um den Konflikt zu lösen, muss man laut dem Weihbischof von Bangassou über eine militärische Antwort hinausgehen und die Ursachen für die Not der lokalen Bevölkerung angehen.
(L.M.) (Fides 13/1/2026)


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