ASIEN/PAKISTAN - Bilanz der Überschwemmungen verschlimmert sich: Eineinhalb Millionen Vertriebene in der Provinz Punjab

Freitag, 29 August 2025 naturkatastrophen   vertriebene  

Lahore (Fides) – „Die Lage ist sehr ernst. Es ist schrecklich. Allein in Punjab gibt es über eineinhalb Millionen Menschen, die aufgrund der Überschwemmungen obdachlos wurden. Diese Menschen leben auf der Straße, es ist eine enorme Anstrengung, sich um sie zu kümmern. Auch in meiner Pfarrei Bhai Pheru südlich von Lahore haben wir heute 32 Familien geholfen, die nichts mehr haben, weder Haus noch Felder, indem wir ihnen etwas zu essen gegeben haben, damit sie überleben können“, berichtet Pater Qaiser Feroz (Ofm Cap) gegenüber Fides zur der Notlage, unter der die Bevölkerung der Provinz in Zentralpakistan leidet.
Unterdessen hat die Regierung von Punjab eine der größten Evakuierungsaktionen der letzten Jahre gestartet, nachdem durch die Regenfälle und die Überschwemmungen der Flüsse über 1,5 Millionen Menschen in der Provinz vertrieben wurden. Extrem heftige Überschwemmungen der Flüsse Sutlej, Ravi und Chenab haben in den letzten Stunden weitere 17 Todesopfer gefordert, während die Provinz die schwerste Überschwemmung seit vierzig Jahren erlebt, mit Hunderten von zerstörten Dörfern und vollständig überfluteten landwirtschaftlichen Flächen.
„Das Wasser hat Häuser und Gebäude, darunter auch Kirchen, und Ackerland überflutet. Es ist eine massive Verwüstung der Provinz. Die christlichen Gemeinden versuchen ihr Bestes, aber dies ist die schlimmste Überschwemmung seit Jahrzehnten und die Kräfte reichen nicht aus“, beklagt Pater Feroz und weist auch auf die Notlage der Kinder hin: „Etwa 25 Millionen können nicht zur Schule gehen und werden dies auf unbestimmte Zeit nicht können“, bemerkt er, während in den letzten zwei Monaten über 200 Kinder durch die Überschwemmungen ums Leben gekommen sind und zu den bisher insgesamt rund 800 Flutopfern zählen.
Starke Monsunregenfälle und die Freisetzung von überschüssigem Wasser aus Staudämmen auf indischem Gebiet haben die drei Flüsse Sutlej, Ravi und Chenab, die durch die Region Punjab fließen, anschwellen lassen und die Behörden gezwungen, an einigen Stellen die Dämme zu brechen, was zu Überschwemmungen in über 1.400 Dörfern geführt hat. Die Flüchtlinge kommen aus Hunderten von Städten in Punjab, darunter Jhang, Shorkot, Khanewal, Multan, Muzaffargarh, Shujaabad, Jalalpur Pirwala und Alipur.
Die Regierung richtet Notunterkünfte und medizinische Versorgungsstellen für die Vertriebenen ein und stellt sicher, dass sie mit lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln, Wasser und Hygieneartikeln versorgt werden. Außerdem wurden 200.000 Stück Vieh an sichere Orte gebracht. Wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte, wurden in den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten etwa 700 Notunterkünfte und 265 medizinische Versorgungsstationen eingerichtet, während auch Entschädigungszahlungen geprüft werden.
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif besuchte am gestrigen 28. August in Begleitung der Premierministerin von Punjab, Maryam Nawaz Sharif, die betroffenen Gebiete und bedauerte, dass die Krise durch die Öffnung der Dämme durch Indien verschärft wurde, wodurch sich das Wasservolumen in den Flüssen erhöhte und die Überschwemmungen beschleunigt wurden.
(PA) (Fides 29/8/2025)


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