Tokio (Fides) – Am Montag begann der Besuch des Sekretärs des Governatorats der Vatikanstadt und ehemaligen Präsidenten der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Emilio Nappa, in Japan Nagasaki auf dem Nishizaka-Hügel, wo der heilige Paul Miki und seine 25 Gefährten im Jahr 1597 gekreuzigt wurden, während sie ihr Dorf bewachten. Es war ein dichtes Programm, bei dem sich Besuche an einigen wichtigen Orten der japanischen Kirchengeschichte mit ebenso bedeutenden Begegnungen abwechselten.
„In Nagasaki“, so Pater Marco Sungsu Kim, Mitarbeiter des Dikasteriums für die Evangelisierung (Abteilung für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen), der Erzbischof Emilio Nappa begleitete, “besuchte die Delegation die neuen Kathedrale, in der einige Überreste aus der Zeit der Atombombenabwürfe aufbewahrt werden, darunter der Kopf einer Marienstatue, und die Kirche von Oura, eine so genannte ‚Basilica Minor‘ und Mitkathedrale der Erzdiözese Nagasaki, in der verborgen Christen wiederentdeckt wurden, die ihren Glauben bis ins 19. Jahrhundert bewahrt haben“.
Der Besuch von Erzbischof Nappa wurde am nächsten Tag in Tokio mit einem Besuch des Shinseikaikan-Zentrums fortgesetzt, das 1934 von Pater Iwashita als Studentenwohnheim gegründet wurde, das nach dem heiligen Philippus benannt ist und im vergangenen Jahr sein 90-jähriges Bestehen feierte und dessen derzeitiger Präsident der Weihbischof von Tokio, Andrea Lembo, ist.
Erzbischof Nappa erinnerte daran, dass dieses Zentrum von Anfang an nicht nur Nahrung und Unterkunft bot, sondern auch eine Bildung, die auf den Werten des Katholizismus beruhte, und das in einer Zeit, die von einem grassierenden Militarismus geprägt war. „Angesichts der gegenwärtigen Dominanz des Nationalismus und der vielen globalen Konflikte wird der Bedarf an Menschen, die nach diesen Werten erzogen werden, immer größer“, sagte Erzbischof Nappa. “Es ist wichtig, die materiellen Güter mit den Armen zu teilen, denn so können wir einander das Lebensnotwendige geben und unsere grundlegende Würde als Menschen, die nach dem Abbild Gottes geschaffen wurden, bewahren. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, mit den geistig Armen auch den Reichtum des Glaubens zu teilen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man beim Engagement in Shinseikaikan diesem Aspekt weiterhin besondere Aufmerksamkeit widmen muss“.
Gestern Nachmittag erinnerte Erzbischof Nappa bei einem Treffen mit den Katechisten der Erzdiözese Tokio daran, dass die katholische Kirche in Japan zwar eine Minderheit im Land sei, aber dennoch eine außergewöhnliche Geschichte und eine jahrhundertealte Tradition des Martyriums habe, die sich vor allem dadurch auszeichnete, dass sie den Glauben während der langen Jahre der Verfolgung am Leben erhalten habe. Erzbischof Nappa verwies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen, insbesondere in Myanmar, und betonte die besondere Aufmerksamkeit der Erzdiözese Tokio und der japanischen Kirche gegenüber diesen Völkern.
„Als ehemaliger Präsident der Päpstlichen Missionswerke möchte ich eine besondere Bitte an Sie richten: Vergessen Sie nicht, die Soziallehre der Kirche zu lehren, sowohl durch die Katechese, die Sie in Ihrem Leben leben, als auch in den Katechesen, die Sie in den Klassenzimmern an die Katechumenen und die Gläubigen richten. Euer Zeugnis hilft, den Weg der Vergebung, der Versöhnung und des Friedens zu gehen. Es ist eine wichtige Botschaft von großer Überzeugungskraft“, schloss der Erzbischof. Erzbischof Nappa erwähnte die Unterstützung der Päpstlichen Missionswerke für viele der 1200 Missionsdiözesen in Asien, Afrika und Ozeanien, darunter auch in Japan, und lud die Teilnehmer ein, die Anwesenheit von Pfarrer Joseph Naoki Momma, dem Nationaldirektor der Missionswerk in Japan, zu nutzen, um mehr über die Möglichkeiten zur Unterstützung der Arbeit von Missionspriestern und einheimischen Priestern in Missionsgebieten zu erfahren.
Von Japan aus wird der ehemalige Präsident der Päpstlichen Missionswerke nach Südkorea weiterreisen, wo er an den Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Päpstlichen Missionswerke in diesem asiatischen Land teilnehmen wird.
(EG) (26/2025/2025)