Von Marta Zhao
Datong (Agenzia Fides) – Am Montagmorgen (31. August) fand die Bischofsweihe von Paul Liu Honggang, dem neuen Bischof des Bistums Datong in der chinesischen Provinz Shanxi statt.
Papst Leo XIV. hatte – wie das Presseamt des Heiligen Stuhls heute mitteilte – Paul Liu Honggang, am 10. August „nachdem er seine Kandidatur im Rahmen des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China“ über die Ernennung chinesischer Bischöfe bestätigt hatte, zum Bischof von Datong ernannt.
Mit der Bischofsernennung von Leo XIV. und der heutigen Bischofsweihe erhöht sich die Zahl der neu in voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom geweihten chinesischen katholischen Bischöfe auf 17. Diese Weihe erfolgte im Rahmen des unter dem Pontifikat von Papst Franziskus vom Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China am 22. September 2018 unterzeichneten vorläufigen Abkommens über neue Bischofsernennungen, das 2020 und 2022 für jeweils zwei Jahre erneuert und im Oktober 2024 um eine vier Jahre verlängert wurde.
Der gesamte Prozess, der zur Ernennung und Bischofsweihe von Paul Liu Honggang führte, wurde von Anfang an unter dem Pontifikat von Papst Leo XIV. durchgeführt.
Die Weiheliturgie fand in der Kathedrale des Unbefleckten Herzens Mariens im Bezirk Pingcheng statt. Hauptkonsekrator war Joseph Shen Bin, Bischof der Diözese Shanghai. Vier Bischöfe aus der Provinz Shanxi konzelebrierten bei dem Weihegottesdinst: Peter Ding Lingbin, Bischof der Diözese Changzhi; Peter Liu Genzhu, Bischof der Diözese Linfen; Paul Ma Cunguo, Bischof der Diözese Shuozhou; und Anthony Ji Weizhong, Bischof der Diözese Lüliang. Über 200 Gläubige, darunter Priester, Ordensschwestern und Laien, nahmen an der Weihe teil.
Paul Liu Honggang wurde am 2. November 1970 im Dorf Wufuying nahe der Stadt Taiyuan geboren. Von 1988 bis 1992 besuchte er das Priesterseminar Fenyang und anschließend von 1992 bis 1996 das Nationale Priesterseminar Peking, wo er den Bachelor-Abschluss in Theologie erwarb. Am 24. November 1996 wurde er zum Priester geweiht und in das Bistum Datong inkardiniert. Von Dezember 1996 bis 1999 war er Pfarrer in Zhangguantun, von 2000 bis 2003 in Xubao und anschließend von 2003 bis 2005 in der Pfarrei Xihehe. Seit dem 15. März 2005 bekleidet er das Amt des Administrators der Diözese.
Die katholische Präsenz in der Region Datong lässt sich mindestens bis ins späte 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Missionare der Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens (CICM), bekannt als Scheut-Missionare, waren dort tätig. Die Apostolische Präfektur Datong wurde am 14. März 1922 von Papst Pius XI. errichtet. Am 17. Juni 1932 wurde sie vom selben Papst in den Rang eines Apostolischen Vikariats erhoben. Am 11. April 1946 wurde das Vikariat mit der päpstlichen Bulle „Qiotidie Nos“ von Papst Pius XII. in den Rang eines Bistums erhoben.
Heute zählt die Diözese etwa 10.000 Katholiken und hat 15 Priester, 16 Pfarreien und eine Frauenordensgemeinschaft vom Heiligsten Herzen Jesu.
Trotz der langen Jahre der Vakanz und der wirtschaftlichen Benachteiligung der Region hat die katholische Gemeinde ihren Glauben und ihr lebendiges kirchliches Leben stets bewahrt. Am 11. April 2024 wurde unter dem Vorsitz von Bischof Paul Ma Cunguo von Shuozhou die feierliche Liturgie zur Priesterweihe zweier Diakone gefeiert. Dies waren die ersten Priesterweihen im Bistum Datong seit 2010.
Der Kohlebergbau ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Datong. Auch die katholische Gemeinde hat mit begrenzten wirtschaftlichen Mitteln zu kämpfen, doch die katholische Nächstenliebe scheint vom biblischen Bild der armen Witwe inspiriert zu sein. Pfarrer Wang Lisheng aus Yulin berichtete: „Während der Pandemie hat Armut die Solidarität nicht verhindert. Die 3.470 Yuan, die von etwa zwanzig älteren Gläubigen gespendet wurden, mögen wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheinen, doch sie stellen einen Teil ihrer ohnehin schon bescheidenen finanziellen Mittel dar. … Dank Gebet und eucharistischer Anbetung haben sie die Notzeit überstanden. Während der Pandemie habe ich einigen älteren Gläubigen den Schlüssel zur Kapelle gegeben, in der sie das Allerheiligste Sakrament anbeten konnten, damit sie täglich die eucharistische Anbetung vollziehen und abwechselnd für das Ende der Pandemie beten kinnten.“
Am 22. August 2006 fand die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Kathedrale statt, in der heute die Weihe von Paul Liu erfolgte. Vertreter der Zivilverwaltung und die Bevölkerung waren bei der Feier anwesend. Auch die Lokalzeitung berichtete über die Weihe.
(Fides 31/08/2026)