AFRIKA/SAMBIA- Christliche Wahlbeobachter bestätigen trotz Unregelmäßigkeiten den Sieg von Hichilema

Freitag, 21 August 2026

Lusaka (Fides) – Präsident Hakainde Hichilema hat die Wahlen am 13. August mit über 50 % der Stimmen gewonnen. Dies gab die „Christian Churches Monitoring Group“ (CCMG) bekannt, die parallel zur offiziellen Auszählung der Unabhängigen Wahlkommission eine eigene Auszählung durchgeführt hatte. Die CCMG berichtete jedoch von Unregelmäßigkeiten in 30 Wahlbezirken.
Die CCMG ist eine unabhängige, überparteiliche Organisation der sambischen Zivilgesellschaft, die Wahlprozesse überwacht, um Transparenz, Rechenschaftspflicht und die Durchführung glaubwürdiger demokratischer Wahlen zu gewährleisten.
Sie ist ein 2014 über Caritas Sambia gegründetes Konsortium des „Council of Churches in Zambia“ (CCZ), der „Evangelical Fellowship of Zambia“ (EFZ), des „Jesuit Centre for Theological Reflections“ (JCTR) und der Sambischen Konferenz der Katholischen Bischöfe (Zambia Conference of Cahtolic Bishops - ZCCB).
Am Wahltag setzte die CCMG insgesamt 1.500 feste Wahlbeobachter in einer national repräsentativen Stichprobe von Wahllokalen ein, die über alle Provinzen, Bezirke und Wahlkreise verteilt waren.
Im CCMG-Berichts heißt es: „Obwohl es am Wahltag zu Problemen kam, wurden die allgemeinen Verfahren für die Einrichtung der Wahllokale, die Stimmabgabe und die Auszählung eingehalten, und der Prozess verlief transparent.“
Laut CCMG lag die Wahlbeteiligung bei 53,5 % und damit deutlich niedriger als die 70,6 % im Jahr 2021. Präsident Hakainde Hichilema (UPND) erhielt rund 56 % der Stimmen (±1,7 %), während der wichtigste Oppositionskandidat Brian Mundubile rund 42,3 % (±1,7 %) erhielt.
Die von der CCMG durchgeführte Prüfung der Prozesse und Ergebnisse zur Gewährleistung von Transparenz „zeigt eindeutig, dass Präsident Hichilema die höchste Stimmenzahl bei der Präsidentschaftswahl erhielt und die 50-%-Hürde überschritt. Gleichzeitig belegt sie aber auch, dass in 30 Wahlkreisen Stimmen hinzugefügt wurden, wodurch die Wahlbeteiligung künstlich erhöht und die Integrität des Prozesses beeinträchtigt wurde.“.
„Diese Beobachtungen verdienen weitere Analysen, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Sitzverteilung im Verhältniswahlrecht. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die festgestellten Unstimmigkeiten das Gesamtergebnis der Präsidentschaftswahl nicht verändern“, heißt es in der Erklärung der von den wichtigsten christlichen Konfessionen des Landes getragenen Organisation. Abschließend fordert sie mehr Transparenz von der Wahlkommission bei der Veröffentlichung der Wahlergebnisse.
Unterdessen dauern die Spannungen nach der Wahl an. Mundubile, der den Sieg von Präsident Hichilema nicht anerkannte, wurde zusammen mit seinem Vizepräsidentschaftskandidaten Makebi Zulu von der Polizei zur Vernehmung vorgeladen.
Auch der Tod des ehemaligen Verkehrsministers Mutotwe Kafwaya durch Sicherheitskräfte, dessen Schicksal tagelang ungewiss war, wurde bestätigt (vgl. Fides, 19/08/2026).
Kafwaya wurde am 14. August bei einer Schießerei in Mundubiles Wohnung in Lusaka getötet. Die Polizei gab seinen Tod erst am Abend des 19. August bekannt, nachdem Kafwayas Ehefrau Anzeige erstattet und um Auskunft über den Verbleib ihres Mannes gebeten hatte.
(L.M.) (Fides 21/8/2026)


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