AFRIKA/MADAGASKAR - Trinitarier feiern hunderjähriges Jubiläum: “Wir sind als Trinitarier überallhin gesandt”

Donnerstag, 30 Juli 2026

O.SS.T.

Von Antonella Prenna

Moramanga (Fides) – Pater Gino Buccarello, Generalminister des Ordens der heiligsten Dreifaltigkeit und des Lokaufs der Gefangenen (O.SS.T.), befindet sich in Madagaskar, um dort das hundertjährige Jubiläum der Missionstätigkeit des Trinitarierordens im Land zu feiern. Das Jubiläum erinnert an die Ankunft der ersten fünf Ordensmitglieder im Jahr 1926: Pater Benedetto Di Caro, Pater Valeriano Marchionni, Pater Giuseppe Di Donna, Bruder Pacifico Piersanti und Bruder Loreto.
„Die Feier dieses hundertjährigen Jubiläums“, sagt Pater Buccarello, „ist nicht nur die Erinnerung an vergangene Geschichte, sondern entfaltet sich in allen drei Dimensionen der Zeit. In erster Linie ist sie ein dankbares Gedenken an Gottes Wirken durch die ersten Missionare und all die Ordensleute, die im Laufe der Jahre mit Begeisterung, Großzügigkeit und Opferbereitschaft ihren Beitrag geleistet und oft ihr Leben riskiert haben, um das Evangelium zu verkünden, die Kirche aufzubauen und die Armen, Gefangenen und Unterdrückten gemäß unserem Charisma zu unterstützen.“
„Das hundertjährige Jubiläum“, fährt er fort, „bietet auch die Gelegenheit, unser Engagement für die Kirche und die madagassische Gesellschaft, insbesondere für Gefangene, durch Gefängnisseelsorge, Gemeindearbeit und Schulungen zu erneuern. Zu den neuen Herausforderungen gehört es, Gefangenen immer qualifiziertere Hilfe anzubieten, nicht nur auf spiritueller, humanitärer und gesundheitlicher Ebene, sondern auch durch den Rechtsschutz derjenigen, denen die Möglichkeit fehlt, ihr Recht auf Verteidigung zu gewährleisten.“
Der Generalminister erläutert gegenüber Fides die Bedeutung des Jubiläums und die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten mit und betont zudem die Wichtigkeit des interreligiösen Dialogs.
“Ein weiteres zentrales Thema“, betont er in diesem Zusammenhang, „ist der Dialog mit der islamischen Welt. Dieser erfordere eine angemessene Vorbereitung, die einen authentischen Dialog fördert, jegliche Form von Missionierung und gewalttätiger Radikalisierung verhindert und eine Kultur der Begegnung, der Geschwisterlichkeit und des Friedens stärkt“.
Der Fokus liegt auch auf der Zukunft. „Madagaskar ist ein Land der Mission, heute aber auch ein Land der Missionare. Der Herr segnet uns mit zahlreichen Berufungen: mit unseren Studenten und Priestern sind wir über 200 Ordensleute, die in elf Diözesen auf der Insel tätig sind, und es sind 15, wenn wir die Ordensschwestern der Trinitarierinnen mitzählen. Die Zukunft ist nicht bloß etwas, das man erwartet, sondern wird durch ein erneuertes Engagement in der Ausbildung gestaltet, damit die Ordensleute Zeugnis vom erlösenden und barmherzigen Charisma des Ordens ablegen und es in der madagassischen Kultur verkörpern können.“
Pater Buccarello erinnert zudem daran, dass derzeit über 40 madagassische Ordensleute als Missionare in sieben Ländern tätig sind und die Gemeinschaften des Ordens in Ländern unterstützen, die mit einer Berufungskrise und zunehmender Säkularisierung konfrontiert sind.
„Hundert Jahre trinitarische Geschichte in Madagaskar sind ein Erbe an Erfahrung, Hingabe und Zeugnis, das uns ermutigt, unseren Weg in kreativer und dynamischer Treue zum ursprünglichen Charisma fortzusetzen“, schließt er.
Der Generalminister erklärt, dass das Jubiläumsjahr vor einem Jahr mit einer feierlichen Eucharistiefeier in Miarinarivo, einer Stadt westlich der Hauptstadt Antananarivo, eröffnet wurde. Dort trafen die ersten fünf trinitarischen Missionare aus Italien ein, darunter der Ehrwürdige Giuseppe Di Donna.
„Im Laufe des Jahres“, erklärt er, „gab es eine Reihe von Treffen, Konferenzen und Feierlichkeiten. Vom 27. bis 29. Juli tagt der erweiterte Generalrat in Moramanga unter Beteiligung aller Oberen. Am 30. und 31. Juli feiern wir ‚Somos Familia‘, ein Treffen, das mit trinitarische Ordensleute und Laien etwa 1200 Teilnehmenden zusammenbringt. Eine Konferenz zur aktuellen Relevanz des trinitarischen Charismas im Lichte der programmatischen Leitlinien des letzten Generalkapitels ist ebenfalls für den 31. Juli geplant.“
Die Feierlichkeiten erreichen ihren Höhepunkt am Samstag, dem 1. August, mit der feierlichen Profess von zwölf Ordensleuten und am Sonntag, dem 2. August, mit dem abschließenden Festgottesdienst zum hundertjährigen Jubiläum. Erwartet werden rund 3.000 Gläubige, etwa hundert Trinitarier-Ordensleute und acht Bischöfe, darunter die beiden trinitarischen Prälaten: Erzbischof Gustavo Bombin von Toliara und der Apostolische Vikar des nördlichen Arabien, Aldo Berardi, der die Trinitarier während seines Zivildienstes kennengelernt hat. Elf weitere trinitarische Diakone werden im Rahmen des Festgottesdienstes, dem von Erzbischof Bombin vorsteht, die Weihe empfangen.
Anlässlich der Hundert-Jahr-Feiern fand am 4. Juni 2026 in der Basilika „San Crisogono“ in Rom ein feierlicher Gottesdienst unter dem Vorsitz des Pro-Präfekten des Dikasteriums für die Evangelisierung, Kardinal Luis Antonio Tagle, statt. Zu den Konzelebranten zählten unter anderem der Bischof von Avezzano, Giovanni Massaro, Pater Gino Buccarello, seine Generalräte, die Provinzale, zahlreiche Ordensschwestern der Trinitarierinnen, Diözesanpriester und Ordenspriester sowie die jungen Ordensbrüder.
Ebenfalls anwesend waren die Generaloberinnen der Trinitarierinnen, Mitglieder des Vorstands des Hilfswerks der Trinitarier (Solidarietà Internazionale Trinitaria – SIT), Vertreter der trinitarischen Laien, Ordensschwestern, Gemeindemitglieder und zahlreiche Freunde des Ordens. Die Veranstaltung markierte einen besonders bedeutsamen Moment im Leben des Ordens und seiner Mission in Madagaskar.
In seiner Predigt sprach Kardinal Tagle über das Profil eines Missionars: „Der Missionar muss nicht unbedingt der Beste, makellos oder nahezu perfekt sein. Vielmehr muss er sich als Sünder unter Sündern erkennen, der die gemeinsame menschliche Schwäche teilt. Die Welt leidet heute unter neuen Formen der Versklavung, die aus der Illusion der Überlegenheit, Heuchelei, Lügen und dem Streben nach Herrschaft über andere entstehen. Wer der Heuchelei verfallen ist, kann kein authentischer Missionar christlicher Freiheit sein.“
Der Kardinal verurteilte auch die „Sklaverei der Spaltung“, die Misstrauen, Angst und Gewalt selbst innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft schürt. „Wer sich von den Kräften der Spaltung beherrschen lässt“, erklärte er, „kann kein Missionar der Freude, der Einheit und des Friedens sein, sondern riskiert, andere in eine noch tiefere Versklavung zu ziehen.“
Zum Abschluss seiner Predigt brachte Kardinal Tagle seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der Orden der heiligsten Dreifaltigkeit und der Loskaufs der Gefangenen auch in der heutigen Welt ein authentisches Zeugnis für Freiheit, Gemeinschaft und Frieden sein möge.
(Fides 30/7/2026)

O.SS.T.


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