N'Djamena (Fides) – „Wir werden weiterhin daran arbeiten, dass jeder zur menschlichen Entwicklung und zur Erreichung unseres gemeinsamen Ziels beitragen kann, nämlich einen geeinten, prosperierenden und zukunftsorientierten Tschad aufzubauen“, so Erzbischof Edmond Djitangar Goetbé von N'Djamena zur Bedeutung der interreligiösen Plattform, in der sich der Nationalen Rat für Islamische Angelegenheiten des Tschad (Conseil National des Affaires Islamiques du Tchad, CNAIT), der katholischen Bischofskonferenz des Tschad (Conférence Épiscopale du Tchad, CET) und der Vereinigung der evangelischen Kirchen und Missionen des Tschad (Entente des Églises et Missions Évangéliques au Tchad, EEMET) zusammenschließen.
Der Erzbischof von N’Djamena gehörte zu den Unterzeichnern der Statuten und der Geschäftsordnung der Plattform, die an diesem Donnerstag (25. Juni) in einer feierlichen Zeremonie unter dem Vorsitz von Limane Mahamat, dem stellvertretenden Premierminister für Territorialverwaltung und Dezentralisierung, auf den Weg gebracht wurden. Mahamat betonte, dass die Plattform einen wichtigen Schritt zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der gegenseitigen Akzeptanz zwischen den Religionsgemeinschaften darstelle, da sie einen formalen Rahmen schaffe, der es den Religionsvertretern ermögliche, ihre Bemühungen zur Wahrung von Frieden und sozialem Zusammenhalt zu koordinieren.
„Es gab bisher keinen adäquaten Rahmen, der es den Religionsführern ermöglichte, ihre gemeinsamen Aufgaben effektiv wahrzunehmen. Dank der Statuten und der Geschäftsordnung der interreligiösen Plattform kann diese nun wie jeder rechtlich anerkannte Verein agieren und von der gesetzlichen Unterstützung profitieren“, erklärte der stellvertretende Premierminister und bekräftigte die Anerkennung von Präsident Mahamat Idriss Déby Itno für den Beitrag der verschiedenen Religionsgemeinschaften zur Förderung des Friedens im Land.
In einem Land wie Tschad, das von großer religiöser Vielfalt und anhaltenden Herausforderungen für die regionale Sicherheit und Stabilität geprägt ist, zielt die Plattform auch darauf ab, den Missbrauch von Religionen zur Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.
Tao Élysée, Sekretär der Allianz der evangelischen Kirchen, erklärte: „Es ist nicht hilfreich, wenn Religionen zu gegenseitiger Ablehnung führen. Wir haben unsere Anhänger und unsere Glaubensrichtungen, aber wir haben auch eine Nation, die wir gemeinsam aufbauen müssen. Wir leben in einem säkularen Staat, aber in einem kooperativen Säkularismus, in dem Gott seinen Platz in der Gesellschaft haben muss. Ohne diese spirituelle Dimension würde unsere Gesellschaft einen wichtigen Teil ihrer Bedeutung verlieren.“
Ähnlich äußerte sich Scheich Abdadayim Abdallah Ousman, Präsident des CNAIT, der betonte: „Gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern aus der katholischen und protestantischen Gemeinschaft arbeiten wir seit mehreren Jahren daran, ein friedliches Zusammenleben und gegenseitigen Respekt zu fördern. Wir unterstützen die Bemühungen des Staates, die nationale Einheit zu stärken und das Bewusstsein unserer Mitbürger dafür zu schärfen, dass wir in erster Linie Tschader sind und zum Zusammenleben aufgerufen sind.“
(L.M.) (Fides 26/6/2026)