ASIEN/LIBANON - Über 250 Tote bei den heftigsten israelischen Angriffen seit Kriegsausbruch

Donnerstag, 9 April 2026

Beirut (Fides) – Mindestens 254 Tote und 1.165 Verletzte forderte nach Angaben der libanesischen Zivilschutzbehörde die zahlreichen und gleichzeitigen Angriffe der israelischen Luftwaffe auf verschiedene Orte im Libanon an diesem Mittwoch (8. April).
Nach Angaben des Zivilschutzes verteilt sich die Zahl der Opfer wie folgt: im Zentrum von Beirut gab es 92 Tote und 742 Verletzte; im südlichen Vorort von Beirut 61 Tote und 200 Verletzte; in Baalbek/Hermel (im Osten des Libanon) 27 Tote und 34 Verletzte; in Nabatieh 28 Tot und 59 Verletzte; in Sidon 12 Tote und 56 Verletzte; und in Tyros 17 Tote und 68 Verletzte.
Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam erklärte den Donnerstag nach den Angriffen (9. April) zum nationalen Trauertag „für die Opfer der israelischen Angriffe“. „Behörden und öffentlichen Einrichtungen sowie Gemeindeverwaltungen bleiben geschlossen, Flaggen werden auf Halbmast gesetzt und Medienprogrammen werden dieser nationalen Tragödie angepasst“, heißt es in einer Verlautbarung.
Die Angriffe, von denen viele auch das Stadtzentrum von Beirut trafen, lösten während der Hauptverkehrszeit Panik in der libanesischen Hauptstadt aus, zumal es keine Vorwarnung an die Zivilbevölkerung gab, Schutz zu suchen, wie es üblicherweise der Fall war.
Brennende Gebäude, verkohlte Autos und Trümmer säumten die Straßen der Hauptstadt, auf denen Krankenwagen mit heulenden Sirenen fuhren. Betroffen ist auch das Stadtviertel, in dem sich die Amerikanische Universität von Beirut befindet.
Die israelischen Streitkräfte gaben bekannt, dass sie ihren „größten koordinierten Angriff“ gegen die Hisbollah seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran durchgeführt hätten. „Innerhalb von 10 Minuten und gleichzeitig in verschiedenen Gebieten haben israelische Streitkräfte etwa 100 Kommandostellen und militärische Infrastrukturen“ der Hisbollah im gesamten Libanon angegriffen, heißt es in einer Erklärung der „Israel Defense Forces“ (IDF).
Der schwerste Angriff auf den Libanon erfolgte somit nur wenige Stunden nach der Verkündung des Waffenstillstands zwischen dem Iran auf der einen Seite und den Vereinigten Staaten sowie Israel auf der anderen Seite, der dank der Vermittlung Pakistans auf Initiative Chinas erzielt wurde. Ein Ergebnis, das offenbar auch auf den Druck der MAGA-Bewegung in den Reihen der Trump-Regierung zurückzuführen ist, wobei Vizepräsident Vance versucht, einen Konflikt zu beenden, der als Verschwendung von Ressourcen angesehen wird. Das Abkommen betrifft jedoch – laut Israel – nicht den Libanon. Derzeit scheint der Waffenstillstand am Golf zu halten (auch wenn einige Drohnenangriffe aus Teheran auf Nachbarländer gemeldet wurden), wobei der Iran gab bekanntgab, die Straße von Hormus als Reaktion auf die israelischen Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon erneut gesperrt zu haben.
Im Iran wurden zudem Explosionen im technischen Bereich des Kernkraftwerks Buschehr gemeldet; es gibt auch Berichte über Brände im Industriegebiet von Mahshahr, wo sich mehrere iranische petrochemische Industriebetriebe befinden, und es wurden Explosionen in verschiedenen Einrichtungen der Basidsch-Milizen gemeldet. Wahrscheinlich handelt es sich um Sabotageakte des israelischen und/oder amerikanischen Geheimdienstes.
(L.M.) (Fides 9/4/2026)


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