Archdiocese of Cebu
Cebu City (Fides) – Die Feiern zum Fest des Santo Niño, des Jesuskindes, die am 18. Januar in der Erzdiözese Cebu ihren Höhepunkt finden, sollen nicht von Sponsoren und mit Spenden von Einrichtungen finanziert werden, die mit Glücksspielen in Verbindung stehen. Dies forderte der Erzbischof von Cebu, Alberto Uy, in einem öffentlichen Appell, in dem er die Organisatoren des so genannten „Sinulog-Festivals” das das religiöse Fest begleitet, aufforderte, Beiträge von Spielcasinos abzulehnen, die in der großen Menschenansammlung lediglich eine Gelegenheit zum Profit sehen.
„Mein Appell ist einfach, aber von Herzen kommend: Das Sinulog-Festival soll ein Fest bleiben, das wirklich die Freude, die Reinheit und das Licht des Santo Niño widerspiegelt. Wir können ihn nicht nur mit unseren Tänzen, Gebeten und Feierlichkeiten ehren, sondern auch durch die moralischen Entscheidungen, die wir bei der Organisation dieses Ereignisses treffen”, so Erzbischof Uy. Die Organisatoren des Festes sollten Partner wählen, „die mit den Werten des Glaubens, der Familie, der Kultur und der Gemeinschaft im Einklang stehen“. „Es gibt viele öffentliche und private Institutionen, die das Festival unterstützen können und wollen, ohne seinen moralischen Charakter zu beeinträchtigen“, bemerkte er.
Bischof Uy erinnerte daran, dass das Fest des Santo Niño in erster Linie ein religiöses und spirituelles Fest ist und erst in zweiter Linie ein kulturelles und touristisches Ereignis. „Die Kirche“, so betonte er, „ermutigt Familien, destruktive Gewohnheiten wie das Glücksspiel aufzugeben“ und hofft daher, dass „die heiligen Feierlichkeiten nicht finanziell von Einrichtungen unterstützt werden, die mit solchen Gewohnheiten in Verbindung stehen“. Spielhallen seien nämlich „Umgebungen, die zu Sucht, zum Zerbrechen von Familien, zu finanziellen Verlusten und zu moralischer Verwirrung führen können“, erinnerte er.
Am dritten Sonntag im Januar findet in der Stadt Cebu auf den Philippinen ein großes Volksfest statt, das so genannte Sinulog-Festival das als Hommage an das Jesuskind ins Leben gerufen und sich im Laufe der Jahre zu einer der größten jährlichen Touristenattraktionen des gesamten Archipels entwickelt hat.
Das ursprüngliche Ziel des Festivals ist es, an die Ankunft des Christentums auf den Philippinen und Feier der ersten Messe auf philippinischem Boden zu erinnern. Im Mittelpunkt steht das Gebet: Die Novene zur Vorbereitung auf das religiöse Fest findet jeweils um 5 Uhr morgens statt und zieht jeden Tag Tausende von Gläubigen an, bis es am 17. Januar zur feierlichen Prozession mit der Statue des Santo Niño, der ältesten christlichen Statue der Philippinen, und am 18. Januar zur Eucharistiefeier in der Basilika del Santo Niño in Cebu kommt.
Am selben Tag folgt die große Parade, die 9 bis 12 Stunden dauern kann und traditionelle Tänze in bunten Kostümen, allegorische Wagen und Live-Musik umfasst. Das Sinulog-Festival, das 2026 unter dem Motto „Vereint im Glauben und in der Liebe” steht, soll ein Fest des Glaubens, der Geschichte und der Kultur sein. Das Ritual der traditionellen Tänze symbolisiert den Übergang des philippinischen Volkes von seinen heidnischen Wurzeln zur Annahme des Christentums. Die Straßen füllen sich mit Zuschauern und Künstlern.
Das Festival beginnt mit einer eindrucksvollen Flussprozession entlang des Mactan-Kanals: Ein mit der Statue des Santo Niño geschmücktes Boot gleitet über das Wasser, begleitet von einer Flotte kleinerer Boote voller Gläubiger, die um Segen und Wohlstand beten. Dann findet der Wettbewerb um die „Königin des Festivals” statt, die Reyna Juana symbolisiert, die erste christliche Königin von Cebu, die 1521 von Ferdinand Magellan das Bildnis des Santo Niño erhielt.
Die Veranstaltung hat eine öffentliche und zivile Bedeutung erlangt: Neben religiösen Feierlichkeiten, Tänzen und Paraden beherbergt das Festival auch eine Messe für kleine und mittlere Unternehmen, die Produkte und Kunsthandwerk aus Cebu präsentiert und Besucher aus aller Welt anzieht.
Zu einem Volksfest mit Konzerten, Straßenfesten und Unterhaltungsshows gehört auch das Glücksspiel, das auf den Philippinen ein ernstes soziales Problem darstellt. Nach offiziellen Angaben der Regierungsbehörde „Philippine Amusement and Gaming Corp (Pagcor)” aus dem Jahr 2025 spielen etwa 32 Millionen Filipinos, also etwa die Hälfte der 60 Millionen Erwachsenen der Bevölkerung, regelmäßig Glücksspiele. Die Regierung verzeichnete einen Anstieg von fast 200 % gegenüber den 8,2 Millionen registrierten Spielern im Vorjahr, was vor allem auf „Spieler von elektronischen Videospielen” zurückzuführen ist.
Bischöfe, Gemeinden und katholische Vereinigungen haben wiederholt vor den verheerenden Auswirkungen des Glücksspiels gewarnt und Maßnahmen zur Suchtbekämpfung eingeleitet.
(PA) (Fides 13/1/2026)
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