VATIKAN - Gedenken an die Märtyrer und Zeugen des Glaubens: Ökumenische Feier in Sankt Paul vor den Mauern im Zeichen der Gemeinschaft zwischen den Kirchen

Montag, 8 September 2025

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Vatikanstadt (Agenzia Fides) - „Es gibt ein festes Band, das uns über alle Spaltungen hinaus vereint: Es ist das Zeugnis von Christen verschiedener Kirchen und Traditionen, die allein aufgrund des von ihnen bekannten Glaubens Opfer von Verfolgung und Gewalt werden. Das Blut dieser Märtyrer wird eine neue Epoche des ökumenischen Engagements fördern, einen neuen leidenschaftlichen Willen, das Gebot des Herrn zu erfüllen: alle sollen eins sein“, die Worte mit denen sich Papst Franziskus im April 2015 an die Mitglieder der Internationalen Anglikanisch/Römisch-Katholischen Kommission wandte, fassen zusammen, was am Sonntag, dem 14. September, im Mittelpunkt der große ökumenische Feier (die einzige, die im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten in Rom organisiert wird, wie die Organisatoren präzisieren) zum Gedenken an die neuen Märtyrer und Zeugen des christlichen Glaubens steht.

Im Jahr 2000 fand eine ähnliche Feier unter dem Vorsitz von Johannes Paul II. im Kolosseum statt. Am 14. September wird zwar der Papst Leo XIV. bei der Feier in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern anwesend sein. Ein Ort, der nicht zufällig gewählt wurde, wie Erzbischof Fabio Fabene, Präsident der Kommission für die neuen Märtyrer und Sekretär des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, gegenüber Fides erklärte: „Die Basilika Sankt Paul wurde gewählt, weil dort der Apostel der Völker begraben liegt, an dessen Grab sich bereits jedes Jahr am 25. Januar Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen versammeln, um zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen zu beten.“ Auch das Datum wurde nicht zufällig gewählt: „Der 14. September ist der Tag der Kreuzerhöhung, ein Fest, das von verschiedenen christlichen Konfessionen zum Gedenken an die Auffindung des Wahren Kreuzes durch die Heilige Helena, Mutter des Kaisers Konstantin, gefeiert wird“.

Während vor 25 Jahren im Kolosseum vor allem der Christen gedacht wurde, die durch politische Regime, Diktaturen und Kriege im 19. und 20. Jahrhundert ums Leben gekommen waren, wird bei der Feier am kommenden Sonntag all jener gedacht, die unabhängig von ihrer christlichen Konfession ihr Leben hingaben, um ihre Liebe und ihren Glauben an Christus zu bezeugen.

Die Liste mit allen Namen soll in den kommenden Monaten veröffentlicht werden. Die Gesamtzahl wurde jedoch bereits bekannt gegeben: 1734. Es handelt sich um Personen, deren Geschichte zusammen mit dem soziopolitischen Kontext von der „Kommission für neue Märtyrer – Zeugen des Glaubens” untersucht wurde, die von Papst Franziskus im Hinblick auf das Heilige 2025 mit der Aufgabe betraut wurde, alle diejenigen in einem Katalog zu erfassen, die seit dem Jahr 2000 „ihr Blut vergossen haben, um Christus und sein Evangelium zu bekennen”. Dabei stützt sie sich auch auf die Dossiers über die ermordeten Pastoralarbeite, die alljährlich von Fides veröffentlicht werden.

Die aus elf Mitgliedern bestehende Kommission hat die Daten der letzten 25 Jahre zusammengetragen und die insgesamt 1734 neuen Märtyrer werden nun der langen im Jahr 2000 veröffentlichten Liste hinzugefügt. Die Namen, die in dieser neuen Liste aufgeführt sind, wurden von den Teilkirchen, den Ordensgemeinschaften, Laienbewegungen oder Vereinigungen gemeldet, die der Kommission verschiedene Dokumente übermittelt haben. Die als Unterscheidungsmerkmal verwendeten Parameter und Methoden unterscheiden sich, wie die Kommission selbst präzisiert, von denen, die das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse normalerweise für das Heiligsprechungsverfahren zugrunde legt.

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Professor Andrea Riccardi, Vizepräsident der Kommission, die Zahlen nach Kontinenten aufgelistet: 304 in Amerika, 153 in Europa, davon wurden 43 auf dem Alten Kontinent getötet und 110 Europäer kamen auf Mission außerhalb Europas ums Leben, 277 im Nahen Osten und im Maghreb, wo „es eine große Anzahl von Nichtkatholiken gibt, vor allem Protestanten und Christen der Ostkirchen”, 357 in Asien und Ozeanien, „wo die meisten Christen beim Gebet ums Leben gekommen sind”. In der Liste sind die 167 katholischen Gläubigen aufgeführt, die am Ostersonntag in einer Kirche in Sri Lanka getötet wurden (vgl. Fides 3/5/2025). 643 Christen wurden in Afrika getötet, dem Land, „wo die meisten Christen sterben”. Die Gründe für die gewaltsamen Todesfälle sind vielfältig: Drogenhandel, Abholzung, Ausbeutung von Ressourcen und Mafia in Amerika. Hier „eliminieren sich die Christen gegenseitig, um diejenigen auszuschalten, die die Schwächsten und die Umwelt schützen, während in Afrika Christen aufgrund von islamistischen Angriffen, aber auch aus ethnischen und politischen Gründen sterben“, erklärte Riccardi weiter und präzisierte, dass die angegebene Zahl „nur die Spitze des Eisbergs ist. In vielen Gebieten, insbesondere in den entlegensten, melden nicht alle, was geschieht, und es ist schwierig, Dokumente zu finden“.

Diesen „Blutzeugen“ ist die Feier am kommenden Sonntag gewidmet: eine Wortgottesdienstfeier unter dem Vorsitz von Papst Leo XIV. zusammen mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen, darunter auch ein Vertreter des Moskauer Patriarchats, deren Leitgedanke der Abschnitt aus dem Evangelium über die Seligpreisungen sein wird. Die erste Lesung stammt hingegen aus Kapitel 3 des Buches der Weisheit, das dem Tod der Gerechten gewidmet ist. Es folgt der Gesang des Psalms 120 und einige Verse aus dem Ersten Brief des Paulus an Timotheus. Nach der Predigt wird das ökumenische Gebet mit dem Anzünden einiger Lampen fortgesetzt, eine für jedes vorgelesene Gebet, als Symbol für das Licht der Auferstehung, die vor dem Kreuz aufgestellt werden. Zum Abschluss folgt das Glaubensbekenntnis in Erinnerung an das 1700-jährige Jubiläum des Konzils von Nicäa sowie das Vaterunser.
(F.B.) (Fides 8/9/2025)


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