AMERIKA/KOLUMBIEN - Präsidentschaftswahl: Kandidaten sollen Vereinbarung über gewaltfreien Wahlkampf unterzeichnen

Mittwoch, 11 Mai 2022 gewalt   soziale lage   wahlen   zivilgesellschaft    

Bogota (Fides) - Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Kolumbien ist für Sonntag, den 29. Mai, angesetzt. Die Kandidaten wurden am gestrigen 10. Mai, vom Nationalen Rat für Frieden, Versöhnung und Zusammenleben, dem Nationalen Unternehmerverband Kolumbiens (ANDI), mehreren sozialen Organisationen und der katholischen Kirche zur Unterzeichnung einer Vereinbarung für einen friedlichen Wahlkampf eingeladen.
Der Nationale Rat für Frieden, Versöhnung und Zusammenleben stellt mit Besorgnis fest, dass die Demokratie in Kolumbien durch Gewalt beeinträchtigt wird. Um eine politische Debatte zu fördern, in der Ideen und nicht die Gewalt zwischen den Kandidaten im Mittelpunkt stehen, haben die verschiedenen Organisationen, die den Nationalrat bilden (105 Vertreter: 35 aus staatlichen Institutionen und 70 aus der Zivilgesellschaft), die Kandidaten für die Präsidentschaft und die Vizepräsidentschaft der Republik aufgefordert, die Vereinbarung zu unterzeichnen.
Nach Angaben der Wahlbeobachtungsmission (EOM) wurden zwischen dem 13. März 2021 und dem 13. März 2022 insgesamt 581 Angriffe auf politische, soziale und kommunale Führungspersönlichkeiten im Land gezählt, was diesen Zeitraum zum gewalttätigsten der letzten drei Wahlprozesse in Kolumbien macht.
Der Delegierte der Bischofskonferenz von Kolumbien (Cec) für die Beziehungen zwischen Kirche und Staat Prälat Héctor Fabio Henao Gaviria, hatte sich bereits in den vergangenen Tagen mit den acht Kandidaten getroffen (vgl. Fides 9/5/2022) und diesen Vorschlag erläutert, wobei er daran erinnerte, dass es wichtig sei, "entschlossen daran zu arbeiten, die Hassreden in den Kampagnen auszuschließen, sowie alle Formen der Aggression über soziale Netzwerke und jedes andere Mittel. Das Land muss alle notwendigen Anstrengungen unternehmen, damit die Stimmen anderer politischer Programme auf respektvolle Weise gehört werden“. Er sagte auch, dass "Kolumbien in einem Moment extremer Spaltung lebt, in dem die Suche nach wirksamen Wahlprogrammen oder das Bemühen um eine ernsthafte Debatte nicht im Vordergrund stehen".
(SL) (Fides 11/5/2022)


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