AFRIKA/NIGERIA - Bischöfe Westafrikas zur Lage in der Region: “Unsere Aufgabe ist die Gewissensbildung”

Mittwoch, 4 Mai 2022 bischöfe    

Abuja (Fides) - "Jugendarbeitslosigkeit, religiöse und ethnische Krisen, Klimawandel, Landraub sind Krankheiten, die noch tödlicher sind als die Pandemie. Geld wird für Waffen ausgegeben, anstatt es zur Beseitigung der lähmenden Wirkung des Hungers und zur Förderung der Entwicklung einzusetzen und es häufen sich Terroranschläge, Entführungen, Korruption“, so laut Erzbischof Ignatius Ayau Kaigama von Abuja zu den Problemen, mit denen sich die Länder Westafrikas konfrontiert sehen, in seiner Eröffnungsansprache bei der vierten Vollversammlung der Vereinigung der Bischofskonferenzen Westafrikas (RECOWA), die in der nigerianischen Bundeshauptstadt stattfindet und deren Vorsitzender Erzbischof Kaigama ist.
Die Probleme, auf die Erzbischof Kaigama hinwies, seien zumindest teilweise auf eine "politische Führung zurückzuführen, die in vielen Fällen nicht auf Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Wahrheit und Transparenz beruht".
"Wir geben nicht vor, Lösungen für Probleme mit vielfältigen politischen, sicherheitspolitischen und sozialen Dimensionen zu haben", betonte der Erzbischof, der daran erinnerte, dass "die Kirche nur eine Rolle bei der Gewissensbildung von Christen, Nichtchristen und Menschen guten Willens in unserer Gesellschaft spielen kann".
"Die führenden Politiker in der Region müssen daher ihre politische Macht nutzen, um eine gute Regierungsführung zu erreichen, anstatt nach persönlichem Vorteil zu streben oder zuzulassen, dass religiöse, ethnische, wirtschaftliche oder politische Interessen das Gemeinwohl unterdrücken. Die Staats- und Regierungschefs müssen das Verdienst in den Vordergrund stellen, die Ressourcen gerecht verteilen und das Virus der Korruption und des Egoismus ausrotten", betont er
Der Vorsitzende der nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Lucius Iwejuru Ugorji von Owerri, betonte in seinen Ausführungen dass die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten müsse, um neue Strategien zur Lösung globaler Probleme zu entwickeln: "Globale Probleme erfordern eine globale Antwort und ein globales Handeln im Geiste der Mitverantwortung, Kooperation und Zusammenarbeit".
Mehr als 150 Bischöfe aus 16 Ländern der westafrikanischen Region nehmen an der Vollversammlung teil.
(L.M.) (Fides 4/5/2022)


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