ASIEN/MYANMAR - Birmanische Armee verübt Luftangriff auf christliche Flüchtlinge: Drei Tote und sieben Verletzte

Dienstag, 18 Januar 2022   soldaten   vertriebene  

Loikaw (Fides) – Bei einem Luftangriff der burmesische Armee auf die Flüchtlingslager in den Wäldern nahe Loikaw, der Hauptstadt des burmesischen Bundesstaates Kayah, im Osten des Landes, gab es in den frühen Morgenstunden des 17. Januar drei Tote und sieben Verletzte, alle Katholiken. Wie Fides aus Kreisen der örtlichen katholischen Kirche erfuhr, waren die Flüchtlinge aus ihren Dörfern und aus dem verlassenen Loikaw geflohen, als es dort zu Zusammenstößen zwischen der Armee und den so genannten Volksverteidigungskräften, die sich nach dem Staatsstreich vom 1. Februar 2021 im ganzen Land gebildet hatten, gekommen war.
Unter den Binnenvertriebenen befinden sich viele Katholiken, die ihre Häuser und Pfarreien verlassen haben und in den Wäldern Zuflucht suchen. In diesen bewaldeten Gebieten, in denen etwa 600 unschuldige Zivilisten - ältere Menschen, Frauen und Kinder - leben, führte die birmanische Armee den jüngsten Luftangriff durch, bei denen drei Menschen getötet wurden: zwei Schwestern, die 18jährige Natalia und die kleine siebenjährige Rosetta sowie ein 50jähriger Mann namens Felice. Sie waren aus dem nahegelegenen Dorf Moso geflohen, wo am 24. Dezember die verkohlten Leichen von mindestens 35 Zivilisten, allesamt Katholiken, gefunden wurden, die von burmesischen Soldaten bei dem so genannten "Weihnachtsmassaker" getötet worden waren.
Die katholische Gemeinde versammelte sich unterdessen am heutigen 18. Januar zu einem Trauergottesdienst, bei dem der katholische Priester Jacob Khun kurze Worte des Gedenkens an die Opfer sprach und zu Hoffnung und Gebet aufrief.
Im Osten Myanmars gehen die Kämpfe sowie die Bombardierungen aus der Luft und mit Artillerie weiter. In den letzten Tagen wurde auch die Herz-Jesu-Kirche in Doukhu angegriffen, da Kirchen oft in Aufnahmezentren für Flüchtlinge umgewandelt werden. Auch buddhistische Tempel wurden bedroht, weshalb die Mönche fliehen mussten. Die sechs katholischen Pfarreien in der Stadt Loikaw sind verwaist, und die Gläubigen, die Hunger, Kälte, Armut und Gewalt ausgesetzt sind, brauchen materielle Hilfe und geistlichen Beistand. Die vertriebenen Katholiken, so Gabriel, einer der Katholiken in Moso, gegenüber Fides, "leben in der Verfolgung, vertrauen aber auf Gott, den Retter und Beschützer, in der Gewissheit, dass er uns nicht verlässt. Wir haben nichts, wir brauchen alles, aber der Herr wird für uns sorgen".
(JZ-PA) (Fides 18/1/2022)


Teilen: