ASIEN/MYANMAR - Kardinal Bo: "Die Geduld der Kirche in Myanmar wird auf die Probe gestellt”

Freitag, 10 September 2021 evangelisierung   ortskirchen   eucharistie   gewalt    

Budapest (Fides) - "Die Kirche in Myanmar wird in ihrer Geduld auf die Probe gestellt. Unser Volk ist kunst- und kulturbegeistert und sehr religiös. Aber unser Volk steht seit sieben Jahrzehnten vor großen Herausforderungen. Allein in den letzten Monaten gab es Konflikte, die Covid-Pandemie, den wirtschaftlichen Zusammenbruch und Klimakatastrophen. Die Katholiken haben sehr gelitten; unsere Kirchen wurden angegriffen. Viele werden in unserem eigenen Land vertrieben", so Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Yangon und Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC) beim 52. Internationalen Eucharistischen Kongress, der vom 5. bis 12. September 2021 in Budapest stattfindet.
"Ich komme aus einem fernen Land“, so der Kardinal in seinem Beitrag, „Myanmar einem kleinen Land auf dem riesigen Kontinent Asien. Mein Land, das früher unter dem Namen Birma bekannt war, liegt in Südostasien und hat 55 Millionen Einwohner. Es ist reich an Kulturen mit mehr als 135 ethnischen Gruppen, die zusammen leben, und wird oft als "Regenbogennation" bezeichnet. Die meisten Menschen in Myanmar sind Buddhisten. Wie in den meisten asiatischen Ländern ist das Christentum auch in Myanmar eine Minderheitenreligion. Wir haben jedoch eine sehr lebendige und junge christliche Gemeinschaft, deren Mitgliederzahl ständig wächst. Myanmar ist mit vielen Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben gesegnet".
Der Prälat erinnerte daran, dass "Papst Franziskus eine besondere Liebe zu diesem Land hat. Im Jahr 2017 wählte er zur Überraschung der ganzen Welt unser Land mit nur 700.000 Katholiken für seine apostolische Friedenswallfahrt aus. Er kam, um die Menschen zu besuchen, die am Rande der Gesellschaft leben. Nach den jüngsten politischen Unruhen ergriff Papst Franziskus bereits sieben Mal das Wort, um das leidende Volk zu unterstützen, und feierte im Vatikan eine besondere Messe für Myanmar". Angesichts der gegenwärtigen Schwierigkeiten des Landes bat der Kardinal die katholischen Gläubigen in aller Welt um "intensive Gebete für mein Volk" und betonte, dass die burmesischen Gläubigen "Sie alle und Ihre Gebete brauchen".
Kardinal Bo, der am 8. September einen Vortrag über „Die Tugend der Geduld“ hielt nannte das Beispiel der "Maria, die Knotenlöserin" als "gutes Beispiel für Geduld" und stellte fest, dass "die Erlösung durch die Geduld Mariens kommt".
In Bezug auf die Pandemie stellte er fest: "Das Thema Geduld ist heute von schmerzlicher Aktualität. Die Covid-Pandemie hat zur Schließung unsere Kirchen geführt, was die Feier der Eucharistie zu einer sehr großen Herausforderung macht. Unsere menschliche Sensibilität wird durch dieses Virus verletzt. Unsere Geduld wird auf die Probe gestellt“. Aber, so fuhr er fort, die Pandemie fordere auch dazu auf, „unseren Glauben neu zu beleben, um Gottes Eingreifen bei der Überwindung der verheerenden Auswirkungen des Coronavirus zu sehen (vgl. Psalm 91)".
"Die Covid-Pandemie", sagte er, "hat uns die sonntägliche Kommunion, die Eucharistie, die Quelle und den Höhepunkt des geistlichen Lebens, geraubt. Aber in dieser Dunkelheit hat der Herr daran gearbeitet, uns wieder aufzubauen: Er hat uns gelehrt, inmitten dieser existenziellen Bedrohung geduldig zu sein. Wir haben das Geschenk des anderen, das Geschenk des Lebens, das Geschenk des Glaubens verstanden. Wir sind in eine neue Realität der Dankbarkeit wiedergeboren worden. Wir haben gelernt, dass das Leben so wertvoll ist, dass jeder von uns so wertvoll ist. Wir sind das Ebenbild Gottes".
Schließlich definierte Kardinal Bo die Eucharistie als "göttliche Geduld", indem er sagte: "Jesus wartet die ganze Zeit. Er wartet, bis wir die gleiche Einstellung haben, die er uns gegenüber hat. Und erst wenn wir das tun, dann offenbart er sich uns in diesem Moment. Unsere Augen werden geöffnet, und unser Lebensweg wird zu einem Weg nach Emmaus mit dem Herrn".
(PA) (Fides 10/9/2021)


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