AMERIKA/CHILE - Neues Einwanderungsgesetz: Erzbischof Chomali äußert sich besorgt

Freitag, 16 April 2021 auswanderung   menschenrechte   coronavirus   ortskirchen  

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Concepción (Fides) - "Das Schmerzlichste an dieser unglücklichen Situation ist, dass der Migrationsprozess in Chile eine Reihe anomaler Situationen aufgedeckt hat…. Ich hoffe, dass dieses neue Gesetz den Schmerz wiedergutmachen wird, der besonders in den letzten Jahren Tausende von Migranten zugefügt wurde", so Erzbischof Fernando Chomali von Concepción in einem von der Tageszeitung „El Mercurio“ veröffentlichten Beitrag zur aktuellen Situation von Tausenden von Migranten im Land.
Der Erzbischof von Concepción erinnert an die jüngsten Ereignisse in der chilenischen Hauptstadt: "Eine große Gruppe von Migranten belagerte ein Büro im Zentrum von Santiago, weil sie versuchten, auf der Grundlage des neuen Einwanderungsgesetzes eine reguläre Position zu erlangen. Sie wurden dabei von Verzweiflung, Angst, Informationsmangel und Angst getrieben. Das Szenario war düster: eine Versammlung mitten in einer Pandemie, die zu mehr Infektionen und Todesfällen führte. Dies war vorhersehbar und eigentliche vermeidbar".
Erzbischof Chomali beschreibt die Realität der Migranten in Chile: "Sie lassen sie herein - wir erinnern uns an die Flugzeuge aus Haiti, die im Morgengrauen ankamen, und an den Zustrom von Menschen, die lange Monate aus dem Norden angereist waren - und sobald sie hier ankommen, fehlt es an Garantien für eine zivile Behandlung oder einen Arbeitsplatz. Sie sind vielmehr von Ausweisung bedroht, und kümmern sich trotzdem in aller Ruhe um die Kranken oder älteren Menschen, um die sich sonst niemand kümmern würde. Sie putzen bis in die frühen Morgenstunden, … transportieren Lebensmittel im Regen oder in der höllischen Hitze, unter bedauerlichen Arbeitsbedingungen, schlecht bezahlt, ohne jede Art von Versicherung. Und als ob das nicht genug wäre, leben sie in überfüllte Unterkünften, unter unmenschlichen Bedingungen zu teuren Preisen".
Chile sieht sich in einer sehr schwierigen Situation mit der Not vieler Migranten konfrontiert. Gesundheitseinrichtungen stehen aufgrund der Zunahme von Covid-19-Fällen unter großem Druck, was auch die gute vorankommende Impfkampagne insbesondere in den Städten nicht zum Erliegen bringt. Darüber hinaus müssen die Krankenhäuser Patienten behandeln, die seit einem Jahr wegen der Coronapandemie nicht aufgenommen wurden und an anderen Krankheiten leiden, weshalb und die medizinische Versorgung nicht mehr hinausgezögert werden kann.
Zu weiteren Spannungen führt nun ein neues Migrationsgesetz, das ein seit 1975 unter der Diktatur von Augusto Pinochet (1973-1990) erlassene bisherige Gesetzt ersetzt. Es kommt bereits zu kontroversen Debatten über das neue Gesetz, das strengere Grenzkontrolle und Beschleunigung von Abschiebungen vorsieht und ein Arbeitsvisum aus dem Herkunftsland erfordert, um zu verhindern, dass arbeitssuchende Ausländer zunächst als Touristen einreisen.
Insbesondere an der Nordgrenze zwischen Chile und Bolivien reisten in den Monaten Februar und März Tausende von Einwanderern illegal nach Chile ein, was zum Zusammenbruch der Infrastruktur mehrerer kleiner Grenzstädte führte.
(CE) (Fides 16/04/2021)


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