VATIKAN - Kardinal Tagle: “Mission bedeutet, die von Gott empfangene Liebe aus purer Dankbarkeit mit anderen zu teilen“

Freitag, 29 Januar 2021 mission   evangelisierung   missionarische Öffentlichkeitsarbeit     kongregation für die evangelisierung der völker   missio ad gentes   missionare   barmherzigkeit  

Vatikanstadt (Fides) – "Mit einem Zitat aus der Apostelgeschichte bringt der Heilige Vater in der Botschaft zum Weltmissionssonntag 2021, bringt die Mission und die menschliche Erfahrung der Barmherzigkeit Christi zusammen: Er möchte uns sagen, dass das, was wir Spiritualität nennen nicht vom Apostolat getrennt werden kann", so Kardinal Luis Antonio Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, im Interview mit Fides zur heute veröffentlichten Botschaft zum Sonntag der Weltmission 2021 mit dem Titel "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben" (Apg 4,20).
„Spiritualität”, erklärt der Kardinal, „bedeutet, in seinem Leben eine tiefe persönliche Erfahrung der barmherzigen Liebe Gottes gemacht zu haben, die uns in Jesus Christus gegeben wurde. Jesus Christus wurde mit seiner Liebe zu uns einer von uns, unser Bruder, derjenige, der unsere Schwächen, unsere Arbeit und unsere Träume, unsere Freuden und Hoffnungen annahm, wie es in der Konzilskonstitution Gaudium et Spes heißt. Und wie Papst Franziskus erinnert, kann ein Mensch, wenn er geliebt wird, wenn er dies erlebt, wie es bei den Aposteln geschehen ist, diese Erfahrung nicht für sich behalten, sondern möchte sie teilen: Es ist eine schöne und kostbare Erfahrung und wird so zu einer Mission".
„Die Mission ist daher eng mit der Liebe Christi verbunden”, so der Präfekt weiter, „Sie ist keine Arbeit, d.h. sie ist keine menschliches Werk und wird manchmal sogar als schwere Aufgabe empfunden, als eine Art Last, aber sie entspringt der Dankbarkeit. Sie ist eine Antwort der Dankbarkeit für die von Gott empfangene Liebe. Umarmt und eingehüllt von der Liebe Gottes möchten wir diese Liebe besonders mit denen teilen, die sich nicht geliebt fühlen, die sich verlassen und abgelehnt, fühlen und an den existenziellen Peripherien lebben. Wir, die wir Gottes Liebe erfahren haben, wir, die wir das Evangelium der Liebe gehört und angenommen haben, teilen es mit unserem Mitmenschen, von Herzebn und voller Dankbarkeit. “
Ein weiterer Aspekt, den Papst Franziskus in der Botschaft anspricht, ist das Mitgefühl: „Mitgefühl - bemerkt Kardinal Tagle - ist eine der Möglichkeiten, der verwundeten Menschheit heute in den schwierigen Zeiten, in denen wir leben, das Gesicht der Liebe Gottes zu zeigen. Die Sprache der Verkündigung des Evangeliums, die von der heutigen Menschheit verstanden wird, ist die der christlichen Liebe und des Mitgefühls: dies ist einer der Aspekte, um die Liebe Gottes zu mitzuteilen. Viele Menschen auf der ganzen Welt waren bereits vor der Pandemie marginalisiert und verletzlich. Heute hat sich ihre Situation verschlechtert: aus diesem Grund können wir mit unserem Leben die Gegenwart und das Mitgefühl Christi mitteilen und ihnen Trost und neue Hoffnung schenken. Der Papst ruft uns in der Botschaft dazu auf, „Missionare der Hoffnung“ zu sein, in einer Welt, die Freundlichkeit, Willkommenskultur, Barmherzigkeit und Geschwisterlichkeit so sehr braucht. Mission heißt, jede Handlung des Lebens mit dem Geist der Eucharistie auszuführen, das Leben als Eucharistie zu leben, ein Leben der Dankbarkeit zu Ehren Gott. Es bedeutet alles im Namen des Herrn Jesus Christus zu tun. Er ist das größte Geschenk, das wir erhalten haben, und dieses Geschenk trägt Früchte: Wir selbst sind die Frucht seines Geistes und seiner Gegenwart, wir sind diejenigen, die das unbezahlbare Geschenk seiner Liebe in die Welt tragen“.
Abschließend erinnert der Präfekt von Propaganda Fide im Gespräch mit dem Fides an den Wert der “missio ad gentes” und derer erinnern, die ihr Leben dafür geben: "Missionare sind jene Menschen, die um die Liebe Gottes zu teilen, ihre ihre Sicherheit, ihre eigene Komfortzone verlassen, um an die Peripherie der Welt zu gehen, zu den ärmsten und am stärksten benachteiligten Menschen, zu den Leidenden und Bedürftigen, und mit ihrem Leben bezeugen, dass Gott Liebe ist und dass er liebt und sich zu jedem Geschöpf schenkt. Missionare sind diejenigen, die wie die Apostel die Liebe, die sie erfahren haben, nicht für sich behalten können: Der Geist drängt sie an die Enden der Erde, um die Liebe zu verkünden und denen zu schenken, die sie am dringendsten brauchen, denen, die leiden und verzweifelt sind. diejenigen, die ihn noch nicht kennen und die unermessliche Liebe Christi noch nicht erfahren haben. Während die ganze Welt heute sich mit schwierigen Herausforderungen wie der Pandemie konfrontiert sieht, geht die Mission Christi durch jeden von uns weiter: Wo die Bedürftigsten sind, gibt es auch Missionare, die bereit sind, verwundete Herzen im Namen Jesus Christi zu trösten".
(PA) (Fides 29/1/2021)


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