AFRIKA/SÜDSUDAN - Seelsorgerische und psychische Begleitung: Covid-19 verursacht Angstzustände und Depressionen

Dienstag, 24 November 2020    

Juba (Fides) - Psychische Gesundheitsprobleme wie Angstzustände und Depressionen sind in fast allen Ländern der Vereinigung der Mitglieder der Bischofskonferenzen in Ostafrika (AMECEA) weit verbreitet, insbesondere aufgrund der Präventionsmaßnahmen zur Einschränkung von Covid-19 und die damit verbundene soziale Distanz und Quarantäne. Dies geht aus einem Bericht von Beratern hervor, die spirituelle und psychosoziale Dienste online in der AMECEA-Region betreuen.
Das im August in den AMECEA-Ländern (Äthiopien, Eritrea, Sudan, Südsudan, Uganda, Kenia, Tansania, Malawi und Sambia) gestartete Beratungsprogramm umfasst individuelle Online-Gespräche und Gruppentherapien, die über katholische Radios übertragen werden (vgl. Fides 24/10/2020)
Der Koordinator AMECEA-Pastoralprogramme, Pfarrer Emmanuel Chimombo, der das Projekt begleitet, sagte, dass "eine Reihe von Menschen nicht nur von Covid-19 traumatisiert sind, sondern auch von den anderen Problemen, mit denen sie sich konfrontiert sehen", wie finanzielle Not, geschlechtsspezifische Gewalt, frühe Schwangerschaft und Drogenmissbrauch.
"Zu Beginn der Radioprogramme zur Gewährleitung spiritueller und psychosozialer Begleitung im Südsudan, gaben Patienten an, neben Covid-19 unter mehreren anderen Problemen zu leiden und es fehlt ihnen an spiritueller und pastoraler Unterstützung, um ihre Traumata bewältigen zu können", bekräftigt Pfarrer Chimombo.
Der Priester berichtet unter anderem über die Schwangerschaften von Jugendlichen: „Bei fast allen Konferenzen wurde wir eine starke Inzidenz von Schwangerschaften bei Jugendlichen festgestellt. Viele Länder in der Region haben berichtet, dass Mädchen nicht zur Schule gehen können, was ihre Zukunft gefährdet, während andere schwangere Minderjährige von ihren Eltern und Familienmitgliedern verstoßen wurden."
„Die Beratungsarbeit, die wir im Rahmen der Radiosendungen geleistet haben, ist sehr wichtig“, betonte einer der katholische Priester. „Sie schafft ein Bewusstsein und gibt den Menschen die Möglichkeit, über die Bedürfnisse nachzudenken und zu wissen, dass es wichtig ist, über ihre Herausforderungen zu sprechen. Darüber hinaus ist es auch für uns als Berater eine Lern- und Wachstumschance.“
(L.M.) (Fides 24/11/2020)


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