AFRIKA/D.R. KONGO - Bischöfe beklagen „Stillstand“ im Land und Morddrohungen gegen Mitbrüder im Bischofsamt

Donnerstag, 22 Oktober 2020 bischöfe   politik     gewalt  

Kinshasa (Fides) - "Wir sind zutiefst traurig darüber, dass unsere Politiker eine entsetzliche Gleichgültigkeit zeigen, während das Land kurz vor dem Bankrott steht", so die Bischöfe in der Demokratischen Republik Kongo in einer gemeinsamen Botschaft, in der sie „die Pattsituation im Land aufgrund der politischen Krise und ihrer Folgen” anprangern und „Die Lähmung der Koalition” beklagen, die sich “auf alle Bereiche des nationalen Lebens auswirkt“.
"In einer Zeit, in der das kongolesische Volk unter einem durch COVID-19 verschärften unbeschreiblichen Elend leidet, widmen die regierenden Koalitionsparteien ihre Energie der berechnenden Positionierung in Bezug auf die Wahlen 2023, um die Macht aufrechtzuerhalten oder wiederzuerlangen", so die Bischöfe in ihrer Botschaft, die sie am Ende ihrer Vollversammlung veröffentlichen.
Die Situation werde verschärft durch "die Wunden des Tribalismus und der Konflikte in der Gemeinschaft, die oft von den Politikern selbst geschürt und verschärft werden, die Fähigkeiten und Kompetenz bei der Verwaltung öffentlicher Angelegenheiten ihren jeweiligen Interessen unterordnen".
Die politische Pattsituation, zu der auch die des Verfassungsgerichts hinzukommt, in der das für die Beratung erforderliche Quorum fehlt, verschärft die schwere Wirtschaftskrise mit „einem drastischen Rückgang der Kaufkraft der Bevölkerung und damit einer Zunahme von Armut und Arbeitslosigkeit. Der Bergbausektor, auf den sich das Land zählen kann, ist wie viele andere von Korruption geprägt und die Erträge kommen eher wenigen Einzelpersonen, multinationalen Unternehmen und militarisierten kriminellen Gruppen als der Bevölkerung zugute”.
„Die Sicherheitslage ist nach wie vor katastrophal, insbesondere im Osten des Landes, insbesondere in den Provinzen Ituri, Nord- und Süd-Kivu und Tanganjika”, so die Bischöfe weiter. “Wir nehmen eine Strategie der Vertreibung durch Massaker an der lokalen Bevölkerung, die Besetzung von Land und die Kontrolle der natürlichen Ressourcen zur Kenntnis", so die Bischöfe, die "die Morddrohungen gegen unsere Brüder im Bischofsamt, Bischof Dieudonné Uringi von Bunia und Bischof Sébastien Muyengo von Uvira, nachdrücklich verurteilen“. “Beide haben in den letzten Monaten die "Balkanisierung" der Demokratischen Republik Kongo durch ausländische Streitkräfte angeprangert, die nach ihren Angaben Stammeskonflikte und Aufstände schüren, um Teile des kongolesischen Landes zu erobern und seinen Reichtum auszubeuten”, heißt es dazu in der Botschaft.
Abschließend fordern die Bischgöfe die Menschen auf “wachsam zu bleiben". "Wir müssen unser Wahlrecht wahrnehmen und handeln, um jeden Versuch zu verhindern, unser Recht zu beschlagnahmen, unsere eigenen Führungskräfte zu wählen und über das Schicksal unseres Landes zu bestimmen."
(L.M.) (Fides 22/10/2020)


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