ASIEN/KASACHSTAN - Erste kasachische Kirche erhält den Titel einer Basilika: “Ihre Ursprünge reichen in die Zeit der Sowjetunion zurück“

Donnerstag, 24 September 2020   glaube   verfolgung   märtyrer   religionsfreiheit  

catholic-kazakhstan.org

Karaganda (Fides) - „Die Verleihung des Titels einer Basilika für die St. Joseph’s-Kirche in Karaganda, ist eine sehr wichtige Anerkennung für die katholisch Gemeinde in Kasachstan. Sie ist ein wahres Heiligtum: Viele pilgern dorthin, denn im Inneren befinden sich die Reliquien des Priesters und Märtyrers des Kommunismus Vladislav Bukovinskyin. Darüber hinaus liegen hier die Wurzeln der kasachischen katholischen Gemeinde während der Jahrzehnten der sowjetischen Unterdrückung, als es nicht möglich war, sich offen zum Glauben zu bekennen. Ihre Einzigartigkeit besteht auch darin, dass diese Kirche 1977 eine der ersten offiziell in Kasachstan registrierten Kirchen war. Am 29. Juni 1980 wurde sie dann von Bischof Alexander Khira feierlich eingeweiht. Aus diesem Grund habe ich anlässlich des vierzigsten Jahrestages der Weihe um die Verleihung des Titels der Basilika gebeten, und Papst Franziskus hat unsere Bitte angenommen“, so Bischof Adelio Dell'Oro von Karaganda, der in den letzten Tagen das Dekret der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erhalten hat und dieses während einer Eucharistiefeier öffentlich verlesen hat. Die neue Basilika ist die erste Kirche, die in Zentralasien den Titel der „Basilika minor“ erhält.
Die Ursprünge der Kirche des heiligen Josph reichen bis in die Zeit nach Stalins Tod zurück: 1953 kamen einige aus Konzentrationslagern befreite Priester in die Stadt Karaganda. Unter ihnen Pfarrer Wladislav Bukowinsky, der griechisch-katholische Bischof Alexander Khira, Pfarrer Alexander Staub, Pfarrer Alexiy Zaritsy, Pfarrer Albinas Dumblyauskas und andere. Alle diese Priester tauften, hörten die Beichte, feierten die heilige Messen und Eheschließungen im Untergrund. Menschen kamen aus fernen Regionen zu ihnen, um die Sakramente zu empfangen. Es engagierten sich auch Frauen, darunter Gertrude und Valentina Detzel, Maria Becker, Thea Balter, Flora Stivikh und viele andere, die trotz der grausamen Verfolgungen Religionsunterricht für Erwachsene Kinder und Jugendliche gaben, die sich auf die Erstkommunion vorbereiteten und die anderen Sakramente vorbereiteten.
Nach Angaben des Bischofs wurde am 28. Januar 1977 dank der Beharrlichkeit vieler Katholiken die Erlaubnis erteilt, die Pfarrei der römisch-katholischen Gemeinde Karaganda zu offiziell zu registrieren. Auf dem Gelände einer „Zemlianka“, eines ehemaliger unterirdischen Zufluchtsortes, sollte die Kirche gebaut werden. Am 19. März 1977, dem Fest des heiligen Josef, wurde dort zum ersten Mal offiziell die heilige Messe gefeiert. Der Grundstein für die zukünftige Kirche wurde im November desselben Jahres gelegt. "Beim Bau der Kirche, der im Frühjahr 1978 begann, halfen alle mit, vom Kleinsten bis zum Ältesten, einschließlich der Kranken, und bereits am 8. September wurde die erste Messe in der neu erbauten Kirche St. Joseph in Karaganda gefeiert", erinnert sich der Bischof. Am 29. Juni 1980 weihte Bischof Alexander Khira die Kirche feierlich ein.
"Die Vergabe des Titels der Basilika soll die Bindung dieser Kirche an den Bischof von Rom stärken und ihre besondere Bedeutung auf dem Gebiet Kasachstans hervorheben. Dies ist äußerlich an den päpstlichen Insignien auf dem Eingangsportal und in der Kirche zu erkennen", erklärt der Bischof. Um die Einheit mit dem Petrusnachfolger in Rom zu betonen, werden in der kasachischen Basilika jedes Jahr verschiedene Feiertage gefeiert, wie das Fest der Heiligen Apostel Peter und Paul (29. Juni) und der Jahrestag der Wahl des Papstes (13. März 2013) ).
(LF-PA) (Fides 24/9/2020)


Teilen: