ASIEN/KASACHSTAN - Covid-19-Pandemie: Caritas fördert Zusammenarbeit zwischen italienischen und kasachischen Krankenhäusern

Mittwoch, 2 September 2020   caritas   solidarietät     gesundheitswesen   gesellschaft  

Almaty (Fides) - Die katholische Kirche in Kasachstan setzt sich für das Gemeinwohl des Landes ein und versucht, das staatliche Gesundheitssystem im Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen. Als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus hat die Caritas Kasachstan ein neues Langzeitprojekt mit dem Titel "Stop-Covid" gestartet. Ziel ist es, das prekäre Gesundheitssystem des Landes zu unterstützen, insbesondere in Regionen weit entfernt von den großen Städten. Dabei soll insbesondere auch das Gesundheitspersonal angemessene professionelle Unterstützung erhalten. Zu diesem Zweck hat die Caritas eine Partnerschaft zwischen italienischen und kasachischen Krankenhäusern auf den Weg gebracht: der italienische Missionar Pater Trezzani, Direktor der Caritas Kasachstan, berichtet: "Vor einigen Tagen haben wir die ersten Zusammenarbeit zwischen einer Einrichtung in Almaty und dem rennomierten Krankenhaus San Raffaele in Mailand begonnen. Wir möchten, dass unser Projekt nicht auf den Krisenfall der Pandemie beschränkt bleibt, sondern auch darüber hinaus fortgesetzt wird". Das Krankenhaus San Raffaele ist ein wissenschaftliches Institut und eine hochspezialisierte und international anerkannte Universitätspoliklinik, die 1971 gegründet wurde, um spezialisierte Behandlungen anzubieten und zur Entwicklung neuer Therapien für viele Pathologien beizutragen.
„Die pastoralen und sozialen Aktivitäten der katholischen Gemeinde in Kasachstan mussten“, so Pater Trezzani, „aufgrund sozialer Distanzierungsmaßnahmen eingeschränkt werden. Wir haben uns daher entschlossen, neue Maßnahmen zu ergreifen, um nicht stehen zu bleiben und weiter zu arbeiten, damit diese Zeit der erzwungenen Schließung nicht verschwendet wird. Kurz vor Ausbruch der Pandemie arbeiteten wir als Caritas Kasachstan in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Almaty an der Eröffnung eines neuen Tageszentrums für Kinder mit Behinderungen. Vor einigen Tagen besuchte ein Vertreter des Gesundheitsinspektionsdienstes unser Zentrum, um Änderungs- und Verbesserungsvorschläge zu machen. Damit können wir loslegen, sobald der Lockdown beendet ist. “
"In der Zwischenzeit“ so Pater Trezzani weiter, sammeln unsere Spezialisten weiterhin Daten zu verschiedenen Aspekten der Entwicklung von Kindern mit Down-Syndrom, um wissenschaftliche Materialien zu diesem Thema in kasachischer Sprache veröffentlichen zu können. Die Schließung hat auch das Caritas-Projekt zur Unterstützung der Eltern von Kindern mit Down-Syndrom verändert, das sich nun auf "digitale" Weise weiterentwickelt hat: Unsere Pädagogen korrigieren die individuellen Trainingsprogramme der Kinder online, beantworten die Fragen der Eltern und geben Ratschläge zu Hausaufgaben. Dieser Service ist für alle Regionen des Landes verfügbar."
Die Nachricht von der Genehmigung für die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung von Almaty und der Caritas war Anfang 2020 ergangen: Die Gemeinde hatte sich verpflichtet, größere Räume zur Verfügung zu stellen, um alle Aktivitäten für Menschen mit Trisomie 21 an einem Ort zusammenzuführen. Auf diese Weise könne man, so Pater Trezzani, „das ursprünglich lokale Projekt in ein echtes nationales Zentrum für das Down-Syndrom umzuwandeln und eine Datenbank auf den Weg bringen, die dem ganzen Land zur Verfügung gestellt werden soll, um wissenschaftliche Arbeiten durchzuführen und das Wachstum und die Entwicklung junger Erwachsener, die an dem Syndrom leiden, zu begleiten, mit dem Ziel, sie wieder in das soziale Gefüge einzufügen und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren".
Doch auch Partnerschaft zwischen einer zivilen Institution und einer mit der katholischen Kirche verbundenen Einrichtung wurde durch Anti-Covid-Maßnahmen eingeschränkt: Kasachstan sieht sich derzeit aufgrund der starken Zunahme von Infektionen seit Anfang August mit dem zweiten Lockdown konfrontiert. Pater Trezzani fasst: „Diese neue Welle war nicht leicht zu bewältigen. Das Coronavirus ist uns sehr nahe gekommen, einige unserer Lieben habe es nicht überlebt. In Gottes Vorsehung geht das Leben jedoch weiter und jeder Tag stellt uns vor eine weitere Herausforderung. Der Tod von geliebten und uns nahe stehenden Menschen bringt uns dazu, uns weiter zu bewegen und neue Solidarität und Nächstenliebe anzustreben.“
(LF-PA) (Fides 2/9/2020)


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