ASIEN/KASACHSTAN - Nach Lockerungen nehmen Covid-19-Infektionen zu : Kirche bittet um internationale Unterstützung

Donnerstag, 23 Juli 2020   caritas   ortskirchen   solidarietät   gesellschaft   armut   gesundheitswesen  

Almaty (Fides) - „Der dramatische Anstieg der Covid-19-Infektionen, zu dem es seit dem 1. Juli in Kasachstan kam, veranlasste uns, um internationale Unterstützung für unser Nothilfeprogramm zu bitten. Derzeit ist in Kasachstan die Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sehr kritisch, insbesondere in den Randgebieten des Landes. Ärzte tun, was sie können und müssen, um trotz des Mangels an Medikamenten und Ausrüstung helfen zu können. Um angesichts dieser Situation einen Beitrag zu leisten, haben wir wie die Caritas ein allgemeines Koordinierungszentrum in der Stadt Almaty und weitere Notfallabteilungen in den Diözesen Nur-Sultan, Karaganda und Atyrau eingerichtet. Parallel dazu sprechen wir mit italienischen Ärzten, die dank Telemedizin Diagnosen erstellen und Therapien vorschlagen können. Um die Ankunft von Medikamenten zu erleichtern, müssen wir jedoch auf die Intervention der italienischen Botschaft in Kasachstan hoffen. Heute ist eine sofortige Reaktion auf den Notfall notwendig, aber wir hoffen, dass hier langfristig eine stabile Struktur entsteht, die die Gesundheitsversorgung insbesondere in ländlichen Gebieten ohne die Möglichkeit einer medizinischen Behandlung gewährleisten kann ", so der italienische Missionar Pater Guido Trezzani, der Nationaldirektor der Caritas in Zentralasien in Kasachstan tätig ist. Die Ortskirche hat das Projekt "Stop Covid Kazakhstan" auf den Weg gebracht, an der Caritas Internationalis unterbreitet.
Die operative Phase des Projekts soll drei Mitarbeitern anvertraut, die Vollzeit arbeiten und versuchen, so viele Freiwillige wie möglich in die verschiedenen Diözesen miteinzubeziehen: "Wir sind sicher, dass viele auf unseren Appell antworten werden, da wir fortlaufend Zeugnisse darüber erhalten,das es in der Bevölkerung ein Bewusstsein davon gibt, wie viel Verantwortung jeder Einzelnen trägt, wenn es darum geht Lösungen in der Krise zu finden ", so Pfarrer Trezzani. Darüber hinaus werden Ärzte, Krankenschwestern, Unternehmer, die nationale Fluggesellschaft und Anbieter von online-Diensten um Unterstützung gebeten.
In Kasachstan hat sich nach der Lockerung des ersten Lockdown , der am 4. Mai endete, die Situation dramatisch verschlechtert, da ein Teil der Bevölkerung die Gefahr unterschätzt und grundlegende Anti-Covid-Maßnahmen wie Hygienebestimmungen und die Einhaltung des Sicherheitsabstands: „Schon unter normalen Bedingungen konnte das Gesundheitswesen nicht angemessen auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen, insbesondere in den ländlichen Gebieten. Heute bricht das System buchstäblich zusammen ", beklagt Pfarrer Trezzani. Im Zusammenhang mit der Krisenbewältigung seinen außerdem auf nationaler Ebene Phänomene der Korruption und des Handels mit Arzneimitteln durch Apotheken, Ärzte oder Beamte aufgetreten: "Der Präsident selbst hat diese Tatsachen öffentlich verurteilt und rechtliche Maßnahmen gegen die beteiligten Personen eingeleitet", heißt es in dem Dokument. Während sie an der Verwirklichung des Cofrona-Nothilfeprogramms arbeitet, hilft die Kirche unterdessen bereits bedürftigen Familien, die aufgrund des Lockdowns in Not geraten sind und verteilt Lebensmittel und, soweit möglich, Medikamente.
(LF-PA) (Fides 23/7/2020)


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