AMERIKA - Wirtschaftliche Folgen der Gesundheitskrise: 37% mehr Arme durch Covid-19

Donnerstag, 23 Juli 2020   wirtschaft   armut  

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Bogota ( Fides) - Im Rahmen einer Videokonferenz der des OECD-Regionalbüros für Lateinamerika und die Karibik zum Thema „Soziale Integration“, forderte Alicia Bárcena, Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) eine universelle Sozialpolitik zur Förderung der Umverteilung und der Solidarität, um der aktuellen Krise zu begegnen.
"In Lateinamerika und der Karibik ist dringend ein neuer Sozialpakt notwendig, ein politisches Instrument, das auf einem breiten und partizipativen Dialog basiert und Vereinbarungen und einen Konsens in Gang setzt, um den aktuellen Problemen entgegenzuwirken und die Wiederaufnahme der Aktivitäten in der Zeit nach der Covid-19-Pandemie zu überdenken", so Alicia Bárcena.
In ihrem Beitrag betonte Alicia Bárcena, dass Lateinamerika und die Karibik vor einem Scheideweg der Zivilisation stünden. Dies sei ein außergewöhnlicher Moment und eine Gelegenheit um die Zukunft zu neu zu denken und mit eine Stärkung der Rolle des Staates, des Marktes und der Gesellschaft auf den Weg zu bringen.
„Im Jahr 2020 würde die Armut in Lateinamerika um 7,1 Prozentpunkte (45,4 Millionen mehr Menschen) zunehmen im Vergleich zum Vorjahr, was die Gesamtzahl der in Armut lebenden Menschen auf 230,9 Millionen (37%) erhöht. der extremen Armut würde um 4,5 Prozentpunkte (28,5 Millionen mehr Menschen) zunehmen, was insgesamt 96,2 Millionen (15,5% der Bevölkerung) betrifft, deren Grundversorgung nicht gewährleistet ist", betonte sie in ihren Ausführungen.
"Dies erfordert Notfallliquiditätshilfe, besondere Ziehungsrechte, kommerzielle Ausnahmeregelungen, Schuldenerleichterung und humanitäre Hilfe“, betont sie, „Dieser Vorschlag ist in einer Linie mit der Strategie des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, António Guterres, der zusammen mit Jamaika und Kanada die Ausweitung der Finanzinstrumente und die Prüfung der Tragfähigkeit der Schulden von Ländern in der Karibik fordert, die keine gute finanzielle Ausgangslage für den Markteintritt haben", betont Frau Baracena.
Abschließend betonte sie, dass die Vertiefung der regionalen Integration ein wesentlicher Bestandteil jeder Strategie zur Überwindung der Krise sein muss. Dies impliziere die Stärkung der Produktionsketten und die Förderung des intraregionalen Handels.
(CE)(Fides 23/7/2020)


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