ASIEN/PAKISTAN - Pater Francis Nadeem ist tot: „Er war ein unermüdlicher Förderer des interreligiösen Dialags“

Samstag, 4 Juli 2020 dialog   Ökumene   islam   religiöse minderheiten   orden   evangelisierung   frieden  

Lahore (Fides) - „Wir haben einen wunderbaren Priester und Ordensmann verloren, der demütig in seiner Gemeinde gedient hat und mit der christlichen Botschaft des Friedens und der Liebe auch Menschen anderen Glaubens erreicht hat. Ein Priester, der nicht nur unter Christen, sondern auch unter Gläubigen anderer Religionen bekannt, geschätzt und beliebt war", so Erzbischof Sebastian Francis Shaw zum Tod von P. Francis Nadeem OFM Cap, Provinzial der Kapuziner in Pakistan, seinen Weggefährten bei der Förderung des interreligiösen Dialogs seit über drei Jahrzehnten. Der Ordensmann, der sich in Dialyse befand starb nach langer Krankheit am 3. Juli an den Folgen eines Herzinfarkts in einem Krankenhaus in Lahore. Der Erzbischof erinnert an ihn: "Er war immer voller Ideen. Er war sehr kreativ, wenn es darum ging Brücken zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens zu schlagen. Er pflegte die Gemeinschaft und hervorragende Beziehungen zu Menschen anderen Glaubens und hat immer daran gearbeitet, die Botschaft des Friedens und der Liebe im Namen Christi in allen Teilen des Landes zu verbreiten."
Francis Nadeem ist setzte sich seit über zwanzig Jahren als unermüdlicher Förderer für interreligiösen Dialogs und Ökumene in Lahore ein. Er war Exekutivsekretär der Bischofskommission für interreligiösen Dialog und Ökumene (NCIDE) und leitete seit September 2014 die Kustodie der Kapuziner "Mariam Sadeeqa" in Pakistan. 2017 wurde er von den Mitbrüdern für eine zweite Amtszeit als Kustos ausgewählt. Das Mandat sollte im August 2020 enden.
Er wurde am 27. Oktober 1955 geboren und trat im Alter von 19 Jahren in den Orden der Kapuziner ein. Nach den feierlichen Gelübden im Jahr 1984 und dem Abschluss des Theologiestudiums wurde er im selben Jahr zum Priester geweiht. Bevor er zum Kustos gewählt wurde, war er zwei Mal in Folge (von 2002 bis 2008) Vizeprovinzial der Kapuziner in Pakistan.
"Er war ein Bezugspunkt für uns. Er arbeitet für seine Gemeinschaft der Kapuziner und Christen, aber seine Seele war auch den Nichtchristen zugewendet, um einen Geist des interreligiösen Dialogs aufzubauen und zu stärken", so Pater Morris Jalal OFM Cap, Mitbruder und damaliger Kommilitone. Pater Jalal bemerkt: "Er hat in all seinen Arbeiten und Verantwortlichkeiten, die ihm übertragen wurden, ein gutes Beispiel gegeben, sowohl in den Pfarreien und als Leiter der Kapuzinergemeinschaft in Pakistan als auch in der wichtigen Mission des interreligiösen Dialogs. Wir werden sein Engagement und sein Milde im Herzen tragen, besonders in Zeiten der Verfolgung”.
„Nach dem Vorbild des heiligen Franz von Assisi gab er sein Leben für den interreligiösen Dialog: Seine Vision war es, Frieden und Harmonie in Pakistan zu fördern und zu stärken. Als Mann des Friedens und des Dialogs hat er unzählige Menschen, die heute in Pakistan aktiv für dieselbe Sache arbeiten, dazu inspiriert, eine friedliebende Gesellschaft aufzubauen", fügt Pater Qaisar Feroz OFM Cap, Sekretär der Kommission für soziale Kommunikation, hinzu. "Dies ist das Erbe, das er uns hinterlässt: Er war ein Mann Gottes, der sich auf seine Mission konzentrierte und stets an seinem Dienst des interreligiösen Dialogs und der Ökumene festhielt und dabei ausgezeichnete persönliche Beziehungen zu Menschen anderer Religionen pflegte".
(AG-PA) (Fides 4/7/2020)


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