AFRIKA - Corona-Pandemie: Aufruf zur Waffenruhe wurde in vielen Teilen des Kontinents nicht gehört

Donnerstag, 25 Juni 2020   kriege   frieden  

Rom (Fides) - Der Papst Franziskus und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, unterstützte Aufruf zu einer Waffenruhe während der COVID-19-Krise in Gebieten mit bewaffneten Konflikten wurde nach Angaben der Bischöfe des Kontinents in Afrika ignoriert.
Die Feindseligkeiten haben zum Beispiel in den englischsprachigen Sezessionsgebieten Kameruns nicht aufgehört, wie Erzbischof Andrew Nkea Fuanya von Bamenda betont, der berichtet, dass die Sezessionsführer, sich zwar bereit erklärt hatten, einen allgemeinen Waffenstillstand zu unterzeichnen, während sie „tatsächlich keinen großen Einfluss auf diejenigen haben, die vor Ort kämpfen."
In Kamerun, wo 80% der Einwohner französischsprachig und 20% englischsprachig sind, findet seit 2016 eine Konflikt in den englischsprachigen Regionen statt. Der friedliche Protest der Einwohner, die sich von der Zentralregierung ausgegrenzt fühlen, verwandelte sich in einen schwelenden bewaffneten Kampf. Trotz mehrerer Vermittlungsversuche wurde der Konflikt noch nicht gelöst.
Im benachbarten Nigeria kommt es trotz der Hungersnot, die die COVID-19-Pandemie für den ärmsten Teil der Bevölkerung mit sich bringt, "immer noch den Terroranschlägen von Boko Haram, insbesondere im Norden des Landes", beklagt Erzbischof Ignatius Ayu Kaigama von Abuja.
Lokale Medien berichteten in Nigeria kürzlich, dass mindestens 11 Menschen aufgrund von Gewalt zwischen den Stämmen der Tungwa und Utsua-Daa getötet wurden.
Der Klerus der Diözese Jalingo veröffentlichte am 17. Juni eine Erklärung, in der er alle Konfliktparteien aufgefordert werden, "dem Frieden eine Chance zu geben".
In der Zentralafrikanischen Republik beklagt Erzbischof Bertrand Guy Richard Appora-Ngalanibé von Bambari, dass die bewaffneten Gruppen die Waffenruhe nicht einhalten. "Leider kämpfen die bewaffneten Gruppen in einigen Regionen der Zentralafrikanischen Republik strategische Kämpfe, die darauf abzielen, ihre Vormachtstellung zu behaupten und die natürlichen Ressourcen des Landes weiter zu plündern", erklärt er.
Erzbischof Guy Richard zeigt sich jedoch optimistisch und erinnert an interreligiöse Initiativen zur Bewältigung von COVID-19: "Mit der Unterstützung unserer protestantischen und muslimischen Brüder, die im Rahmen der interreligiösen Plattform der Religionen in Bambari zusammenarbeiten, bemühen wir uns gemeinsam, das Bewusstsein zu schärfen, da sich viele Menschen der Gefahr noch nicht bewusst sind".
(LM) (Fides 25/6/2020)
 


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