ASIEN/JAPAN- Missionar: “In Zeiten der Pandemie können wir die zentrale Bedeutung des Wortes Gottes neu entdecken“

Samstag, 30 Mai 2020     pastorale   bibel   missionarische Öffentlichkeitsarbeit   mission  

Tokyo (Fides) - "Isolation ist für japanische Christen nichts Neues, sie kennen das aus der Zeit der Verfolgung: auch damals konnten sie sich nicht in Kirchen treffen, aber sie pflegten den Glauben weiter in den Familien. Angesichts der Bedrohung durch das Coronavirus und der Unmöglichkeit, Gottesdienste zu feiern, zeigen Christen heute erneut, dass der tiefe Glaube trotzdem gelebt werden kann", so Pater Andrea Lembo, Regionaloberer des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIME) in Japan und Pfarrer im Bezirk Fuchu in der großen Metropole Tokio gegenüber Fides über die kleine Herde von Gläubigen im Land der aufgehenden Sonne in Zeiten der Pandemie „Als Pfarrer sende ich für meinen Teil jeden Samstagabend eine Vokalnachricht zum Sonntagsevangelium”, so Pater Andrea , “die dann über die sozialen Netzwerk der Pfarrei verschickt wird und iche erhalte viele Anrufe, viele Nachrichten und viele Dankes-E-Mails. Dies ist ein Segen in einer so schwierigen Zeit."
In Japan wurden im ganzen Land seit Beginn des Ausbruchs der Panddemie insgesamt 16.000 Infektionsfälle gemeldet (bei 126 Millionen Einwohnern) und 784 Todesfälle bestätigt, wobei der erste Patient bereits am 16. Januar registriert wurde. Langsam scheint die Ausbreitung des Virus zum Stillstand zu kommen: In den letzten zwei Wochen wurden in der japanischen Hauptstadt - laut einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums - nur 40 neue Covid-19-Fälle registriert. Obwohl in 42 Präfekturen bereits erste Lockerungen vorgenommen wurden, hat die Regierung den Lockdown im ganzen Land bis zum 31. Mai verlängert.
Die katholische Kirche in Japan war bei der Bewältigung der sozialen Probleme, von denen die Bevölkerung betroffen ist, an vorderster Front aktiv: „Einerseits sind häusliche Gewalt in der Familie, Verlust von Arbeitsplätzen und Alkoholismus während der Zeit des gesundheitlichen Notstands dramatisch sichtbar geworden“, so der Missionar, “andererseits gab es auch viel Engagement und Solidarität” . In der Pfarrei der Heiligen Familie von Fuchu, berichtet er, “helfen wir den Armen: In den letzten Monaten haben wir mit der Hilfe und Unterstützung vieler Gemeindemitglieder gewährleisten können, dass Familien in finanziellen Schwierigkeiten zuhause eine warme Mahlzeit erhalten".
Der Vorsitzende der Japanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Sanmei Takami von Nagasaki, betonte in einem in den letzten Wochen veröffentlichten Hirtenbrief angesichts der Corona-Pandemie, dass "die aktuelle Situation eine Gelegenheit sein kann, sich eingehend mit der eigenen geistliches Lebenzu befassen". "Versuchen wir, die Evangelien gemeinsam in der Familie noch einmal zu lesen und das Wort Gottes wiederzuentdecken, damit dieser Moment der sozialen Distanz und Entbehrung zu einem Moment wird, in dem man seine christlichen Wurzeln wieder findet."
(ES) (Fides 30/5/2020)


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