ASIEN/BANGLADESCH - Corona-Pandemie: Kirche begrüßt Freilassung von Gefangenen zur Eindämmung des Virus

Donnerstag, 28 Mai 2020 häftlinge   ortskirchen       gewissensfreiheit   menschenrechte  

Dhaka (Fides) - „Wir begrüßen die Entscheidung der Regierung, dreitausend Gefangene freizulassen. Es ist eine angemessen Initiative. Viele Menschen, die wegen kleiner oder geringfügiger Verbrechen inhaftiert sind, können in dieser Pandemie-Krise bedenkenlos freigelassen werden", so Bischof Bejoy N. D'Cruze von Sylhet, der die bischöfliche Kommission für die Einheit der Christen und den interreligiösen Dialog leitet und den von der Regierung von Bangladesch angekündigten Schritt begrüßt, Gefangene mit einer Freiheitsstrafe von weniger als einem Jahr freizulassen, um eine Überfüllung der Strafvollzugsanstalten zu vermeiden und eine Ansteckung mit Coronaviren einzudämmen. Nach ersten positiven Covid-19-Fällen im Gefängnis ordneten die Behörden ordneten die schrittweise Freilassung von über dreitausend Insassen an und begannen damit, über 385 Gefangene freizulassen.
„Ich habe in den letzten Monaten viele Gefängnisse besucht. Jesus lehrte uns die Liebe und Fürsorge für die, die im Gefängnis sind. Es gehört zu unsere Mission, uns um die Insassen der Gefängnisse zu kümmern", stellt der Bischof fest. Die bischöfliche Justitia-et-Pax-Kommission ist auch für die besondere Seelsorge für Gefangene zuständig. Pater Liton Hubert Gomes, ein Priester dere Kongregation des Heiligen Kreuzes, ist verantwortlich für diesen Seelsorgedienst und betont gegenüber Fides, dass es Bangladesch etwa 90.000 Gefangene gibt, während die maximale Kapazität der Gefängnisse 40.000 beträgt. Ungefähr 180 Inhaftierte sind Christen, davon 40 Ausländer. "Es ist wichtig, in Zeiten einer Pandemie allen Sicherheit zu bieten: die Freilassung von Gefangenen ist eine gerechte Entscheidung", betont er.
Die Seelsorge in Gefängnissen umfasst regelmäßige Besuche mit Gesprächen und Geschenken für Gefangene sowie spezielle Liturgien wie Gottesdienste an Weihnachten und Ostern. Pater Liton bemerkt abschließend gegenüber Fides: "In Bangladesch gibt es Tausende von Gefangenen, die wegen kleiner Verbrechen verurteilt wurden, viele sind unschuldig oder es sind politische Gefangene, daruner Politiker, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten. Wir hoffen, dass mindestens 30.000 Gefangene freigelassen werden. Das wäre schön".
(FC-PA) (Fides, 28/05/2020) 


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