EUROPA/ITALIEN - Corona-Krise: Doppelt so viele Menschen nehmen Hilfsprogramme der Caritas in Anspruch

Montag, 4 Mai 2020   caritas   freiwilliger hilfsdienst   jugendliche  

Rom (Fides) - Die Caritas Italiana hat seit Beginn der Covid-19-Pandemie die Hilfsrogramme in den 218 Caritasstellen der Diözesen des Landes koordiniert. Eine erste landesweite Umfrage, die vom 9. bis 24. April durchgeführt wurde, ergab ein Bild von den jeweiligen Bedürfnissen, besonderen Erfordernissen und Anfragen an die Caritas-Beratungszentren und Hilfsprogramme im Zusammenhang mit der Verbreitung von Covid-19. Die Daten wurden in 101 diözesanen Caritasstellen erhoben, was 46% der Gesamtzahl entspricht.
Es wurde eine Verdoppelung der Personen festgestellt, die sich im Vergleich zur Zeit vor der aktuellen Krise zum ersten Mal an die Zentren und Dienste der Caritas der Diözese wandten. Die Nachfrage nach Lieferungen und Nahrungsmitteln und Mahlzeiten für die Menschen zu Hause, Lebensmittelbanken, Kantinen und die Verteilung von Kleidung wächst, aber auch nach wirtschaftlicher Unterstützung bei der Zahlung von Rechnungen, Mieten und Nebenkosten. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Beratung, psychologischer Begleitung und Orientierungshilfe für bürokratische Praktiken im Zusammenhang mit der Beantragung von Unterstützung und Arbeitslosenhilfe. Festgestellt wurde aber auch die aktive Beteiligung der Gemeinschaft und die allgemeine Hilfsbereitschaft, die bei 76,2% der berücksichtigten Caritasstellen von Seiten der öffentlichen Stellen, privaten Einrichtungen oder dem Dienstleistungssektor sowie bei Pfarreien, freiwilligen Gruppen und Einzelpersonen festgestellt wurde.
 In 59,4% der Caritasstellen stieg die Zahl der jungen Freiwillige unter 34 Jahren, die an mit Aktivitäten und Dienstleistungen zugunsten der über 65-Jährigen mitwirken wollten, die aus Gründen der Vorischt inaktiv bleiben mussten. Insgesamt 42 Freiwillige und Mitarbite wurden bei 22 Caritasstellen positiv getestet, und aus 9 Caritasstellen wurden 10 Todesfälle gemeldet. Angesichts der veränderten aktuellen Bedürfnisse und Anforderungen haben sich auch die Dienste und Interventionen der Caritas angepasst, insbesondere: Beratungs- und Telefondienste mit 22.700 aufgezeichneten Kontakten, oder auch Tätigkeit in Krankenhäusern und Kliniken nahm zu; die Lieferung von Mahlzeiten zum Mitnehmen und Hauslieferungen nahmen mehr als 56.500 Menschen in Anspruch; die Lieferung von persönlicher Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln wurde für ungefähr 290.000 Menschen gewährleistet; Hilfsprogramme für Nomaden, Schausteller und Zirkusartisten wurden auf den Weg gebracht; Arzneimitteln und medizinische Produkte beschaft; die Dienstleistungen für Obdachlose wurden umgestaltet; besondere psychologische Begleitung angeboten; Familienberatung, Smartworking und Fernunterricht begleitet; Interventionen zur Unterstützung kleiner Unternehmen bereit gestellt; Trauerbegleitung angeboten.
Viele Diözesen haben ihre Einrichtungen als Unterkünfte für Ärzten und/oder Krankenschwestern, Menschen in Quarantänen und Obdachlose zur Verfügung gestellt. Bis heute stehen in 48 Diözesen in ganz Italien insgesamt 68 Strukturen mit 1.450 Schlafplätzen zur Verfügung, die dem Katastrophenschutz und dem nationalen Gesundheitssystem zur Verfügung gestellt werden. Hinzu kommen 46 weitere Strukturen mit über 1.100 Plätzen in 34 Diözesen, die für Personen die unter Quarantäne stehen und/oder aus Krankenhäusern entlassen werden, sowie mehr als 64 Strukturen mit rund 1.200 Plätze in 42 Diözesen für die zusätzliche Aufnahme von Obdachlosen.
(SL) (Fides 4/5/2020)


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