AFRIKA/D.R. KONGO - Kardinal Ambongo: “Wir dürfen nicht mit dem Leben der Menschen spielen“

Dienstag, 31 März 2020   ortskirchen   bischöfe   politik  

Kinshasa (Fides) - "Angesichts der schwerwiegenden Gefahr, die das Coronavirus für unser Land darstellt, hat der Präsident der Republik vorbeugende Maßnahmen ergriffen. Zur der Umsetzung dieser Maßnahmen hatte der Gouverneur der Provinz Kinshasa eine zeitweilige Ausgangssperre beschlossen, die heute in Kraft treten sollt", so Kardinal Fridolin Ambongo Besungu, der Erzbischof von Kinshasa, bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo am vergangenen 28. März.
„Letzte Nacht (27. März) haben wir jedoch erfahren, dass das Inkraftreten der Maßnahmen verschoben wurde. Dies lässt die Menschen, die sich darauf vorbereitet haben, in völliger Unsicherheit zurück", beklagt der Kardinal, der darum bittet," nicht mit dem Leben unseres Volkes zu spielen, weil alles Leben heilig ist".
Der Gouverneur von Kinshasa, Gentiny Ngobila, kündigte unterdessen an, dass für die Hauptstadt aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Epidemie ab dem 28. März für drei Wochen in eine "totale Blockade" gelten werde.
 Doch die Regierungsbehörden der Demokratische Republik Kongo wollen die dreiwöchige Blockade von Kinshasa für drei Wochen mit sofortiger Wirkung verschoben werde, da Spekulationen über die Preise der Grundnahrungsmittel und zunehmende Unsicherheit in der Stadt befürchtet werden.
Bereits m 23. März erklärte Präsident Félix Tshisekedi mit sofortiger Wirkung den Ausnahmezustand, schloss die Landesgrenzen, verbot den Personenverkehr, das Ein- und Ausreisen, genehmigte jedoch den Warenverkehr mit Lastkraftwagen, Schiffen und Frachtflugzeugen.
Kardinal Ambongo sprach sich für eine totale Blockade aus: "Unserer Meinung nach kann nur eine totale Blockade die Ausbreitung dieser schrecklichen Epidemie verlangsamen". "Damit diese totale Blockade jedoch wirklich wirksam ist, muss sie von humanitären Sofortmaßnahmen begleitet werden, d.h. man muss den weniger Privilegierten Grundnahrungsmittel zur Verfügung stellen, kostenloses Wasser und Strom bereitstellen und Spekulationen über Preise entgegenwirken."
In der Demokratische Republik Kongo gibt es bisher mindestens 58 bestätigte Fälle von COVID-19 und fünf gemeldete Todesfälle.
 (L.M.) (Fides 31/3/2020)


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