EUROPA/SPANIEN - Erzbischof Dal Toso in Santiago de Compostola: “Die Welt braucht auch heute die Erlösung durch Christus”

Mittwoch, 4 September 2019 außerordentlicher monat der weltmission     missionarische Öffentlichkeitsarbeit  

Fides

Santiago de Compostela (Fides) – "Vom Apostolischen Schreiben ‚Maximum Illud‘ zum außerordentlichen Monat der Weltmission“ lautet das Thema des Vortrags, mit dem der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Giampietro Dal Toso, heute Morgen die XX. Theologischen Tage zum Thema Mission eröffnete. Die Theologischen Tage finden noch bis zum 6. September im Theologischen Institut in Santiago de Compostela statt.
Erzbischof Dal Toso erläuterte in seinem Referat die Vorgeschichte des außerordentlichen Monats der Weltmission seit der Ankündigung durch Papst Franziskus beim Angelusgebet am Sonntag der Weltmission 2017 und die darauf folgenden Schritte. Dabei widmete er sich insbesondere auch dem Apostolischen Schreiben „Maximum Illud“ und der Aktualität der Sendung der Kirche in der heutigen Welt. Schließlich ging er auf die spezifischen Ziele des außerordentlichen Monats der Weltmission ein "der sich als Mittel zur Erneuerung des Missionsbewusstseins bei allen Gläubigen und in der ganzen Kirche versteht".
"Das Apostolische Schreiben ‚Maximum Illud‘ bietet ausreichende Impulse für die missionarische Umkehr, zu der Papst Franziskus uns einlädt“, so Erzbischof Dal Toso. „Ich bin der Meinung, dass der außerordentliche Monat der Weltmission eine wunderbare Gelegenheit ist, im Bewusstsein der Getauften und in ihren Gemeinden auf allen Ebenen ein Gespür für die Notwendigkeit entstehen zu lassen, dass wir in einem Geist der universellen christlichen Nächstenliebe leben und dabei gleichsam auf die Einfachheit der Mittel vertrauen... Genau wie das Apostolische Schreiben ‚Maximum Illud‘ die Art und Weise veränderte, wie die Mission in der Kirche damals verstanden und ausgeübt werden sollte, soll der außerordentliche Monat der Weltmission heute im missionarischen Wirken der Kirche eine Wende herbei führen und der Mission eine neue Richtung geben".
Insbesondere dürfe man bei der Erfüllung des Sendungsauftrags denjenigen nicht vergessen, der uns durch das Wirken des Heiligen Geistes sendet, nämlich der auferstandene Jesus Christus, so der Erzbischof. "Es besteht die Gefahr“, betonte Erzbischof Dal Toso, „dass wir versucht sind, die Mission auszuüben, ohne uns auf denjenigen zu besinnen, der uns sendet und darauf, dass der Auferstandene, der uns sendet, sagt: 'Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt‘ (Mt 28,20)... Eine neue Ausrichtung der Mission auf das Evangelium kann es nur geben, wenn das Kerygma deutlicher in den Mittelpunkt gerückt wird. Das Apostolische Schreiben Maximum Illud schlug vor, das Vertrauen auf das Wirken der menschlichen Macht (die damaligen Kolonialmächte) bei der Evangelisierung aufzugeben. Auch heute müssen wir an die Wirksamkeit der Kraft Gottes glauben, die uns durch die Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Christus vermittelt wird, und die immer noch in der Lage ist, die Herzen der Menschen zu berühren und sie die Liebe Gottes erkennen zu lassen. Das ist Grundlage der Mission und der missionarischen Pastoralarbeit“.
Das Apostolische Schreiben ‚Maximum Illud‘ habe einen Epochenwechsel gekennzeichnet, erklärte Erzbischof Dal Toso, wonach Europa nicht länger als das Zentrum der Welt betrachtet worden sei. Dasselbe geschehe heute durch die Globalisierung, die den Horizont erweitere. Auch in der Kirche gebe es heute Gemeinden, die erst in jüngerer Zeit evangelisiert wurden und heute mit größerer Kraft und Qualität auftreten: "Sie sind die Frucht all dieser Jahre der Verkündigung des Evangeliums, und in diesem Sinne müssen wir dankbar sein für alles, was dank des Apostolischen Schreibens ‚Maximum Illud‘ in Bewegung gesetzt wurde. In den verschiedenen Ortskirchen ist heute zunehmend eine Dynamik des Gebens und Nehmens entstanden, dank derer wir die Universalität unseres Glaubens bewusster erleben können. “
Abschließend erinnerte der Erzbischof daran, dass die historische Aufgabe der Kirchen in Europa, vor allem durch die Bereitstellung theologischer Ressourcen und Möglichkeiten der Ausbildung, keineswegs erschöpft sei, und schloss seinen Vortrag mit dem Wunsch: „Am Ende des 19. Jahrhunderts ermöglichte die missionarische Leidenschaft des Gottesvolkes ein großes missionarisches Wirken im Fernen Osten, zu dessen sichtbarsten Früchten das Apostolische Schreiben ‚Maximum Illud‘ gehört. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bittet Gott uns, diesen missionarischen Eifer zu fördern, damit die universelle Mission der Kirche in dieser Welt, die auch heute noch die Erlösung durch Christus braucht, fortbesteht." (SL) (Fides 4/9/2019)


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