ASIEN/INDIEN - Jugendliche hinduistische Aktivisten randalieren in katholischer Schule

Donnerstag, 24 Januar 2019 religiöse minderheiten   gewalt   religionsfreiheit   hinduismus   extremismus   menschenrechte  

Kolhapur (Fides) – Rund 20 Junge Aktivisten der Jugendbewegung "Yuva Sena" der hinduistischen nationalistischen Organisation "Shiv Sena" sind gewaltsam in das Büro der katholischen Mädchenschule „Holy Cross High School“ in Kolhapur im Süden des Bundesstaates Maharashtra eingedrungen, wo sie am 22. Januar um 13.30 Uhr (Ortszeit) während der Schulstunden Möbel und Computer beschädigten. "Sie betraten gewaltsam den Campus, indem sie die Wachposten umgingen, und riefen bereits auf dem Schulhof Parolen gegen Schulleitung und plünderten dann das Büro, während die Ordensschwestern verängstigt waren und Schüler und Lehrer untätig zusehen mussten", so die Schulleiterin Schwester Bharati.
„Die Eindringlinge bedrohten unsere Mitarbeiter und als ich sie bat, ruhig zu bleiben und die Angelegenheit friedlich zu besprechen, fingen sie an, das Büro zu verwüsten und selbst religiöse Gegenstände wie Statuen und Kreuz im Büro zu beschädigen", sagt Schwester Bharati weiter. "Der Angriff war so unvermittelt und grausam, dass die Schülerinnen der unteren Klassen vor Angst zitterten und immer noch geschockt sind. Wir konnten nichts anderes tun, als den Vandalismus zu beobachten, still und verängstigt", so die Ordensschwester weiter.
Unterdessen konnte die Polizei in Kolhapur zwei verdächtige Personen festnehmen, während weitere 18 auf der Flucht sind. Die Schule bleibt geschlossen, bis der Fall aufgeklärt wurde. Doch angemessene Sicherheitsvorkehrungen zur Überwachung der Einrichtung werden nicht gewährleistet. Die christliche Gemeinde in Kolhapur und die Eltern der Schülerinnen organisierten unterdessen Protestaktionen und schickten ein Memorandum an die Polizei, in dem sie den Schutz von Institutionen und christlichen Kirchen in der Stadt forderten.
Bischof Thomas Dabre von Pune drückte "Unmut und Besorgnis" über den Vorfall aus. "Alle von der Kirche geführten Institutionen sollen der Bevölkerung dienen, vor allem den Armen und Randgruppen. Wir stehen den Schwestern der Holy Cross High School zu Seite und bieten ihnen unsere volle Unterstützung", sagte Bischof Dabre. Erzbischof Peter Machado von Bangalore verurteilte den Akt des Vandalismus ebenfalls und betont, dass Fragen des hinduistischen Extremismus auch auf der Tagesordnung der der laufenden Versammlung der indischen Bischofskonferenz in Bangalore stehen.
Die katholische Kirche unterhält in Indien mehr als 50.000 Bildungseinrichtungen, darunter 400 Colleges, sechs Universitäten und sechs medizinische Fakultäten, die von der Mehrheit der Bevölkerung geschätzt werden.
(SD) (Fides 24/01/2018)


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